Viersen will den Wildwuchs eindämmen. Die Säcke werden von der Firma Remondis abgeholt.

Solche Bilder will die Stadt mit dem neuen Sammelsystem vermeiden.
Solche Bilder will die Stadt mit dem neuen Sammelsystem vermeiden.

Solche Bilder will die Stadt mit dem neuen Sammelsystem vermeiden.

Erhard Braun und Julia Krüger von NEW mit dem neuen Kleidersack.

Ossig, Bild 1 von 2

Solche Bilder will die Stadt mit dem neuen Sammelsystem vermeiden.

Viersen. Im neuen Jahr wird die Firma Remondis im Auftrag der Stadt und der NEW Säcke in Viersen verteilen. Mit diesen sollen in jedem Quartal Altkleider, Schuhe, Bettwäsche, Tischdecken und Vorhänge gesammelt werden. Der Stadtrat hat die testweise Einführung eines kommunalen Sammelsystems beschlossen. Termine sind jeweils die Entleerungstage der blauen Tonne.

Das neue System soll für ein gepflegtes Stadtbild sorgen

Mit dem kommunalen System will die Stadt kommerzielle Aktivitäten verringern. Man sieht diese im Widerspruch zu den Bemühungen um ein gepflegtes Stadtbild. Außerdem fielen Kosten zu Lasten der Allgemeinheit durch die Entsorgung von Abfällen im Umfeld aufgestellter Container an.

Viele Körbe, die vor Haustüren abgestellt werden, würden über Vorgärten auf Gehwege und Straßen „wandern“, was eine Gefahr für den Verkehr bedeutete. Die Verwaltung betont zudem, dass der Gewinn der kommunalen Sammlung über die Abfallgebühren allen Bürgern nutzen würden.

Pro Jahr fallen etwa neun Kilo Altkleider je Einwohner an

In der Diskussion wies Stephan Sillekens (CDU) darauf hin, dass durch die Sammlungen die Existenz des Sozialunternehmens „Robin Hood“ bedroht sei. Am Alten Markt in Dülken wird gut erhaltene Kleidung als Spende angenommen. Die Stadt werde sich mit „Robin Hood“ an einen Tisch setzen, sagte der technische Beigeordnete Gerd Zenses. Die Belange der Organisation würden berücksichtigt, versprach auch Bürgermeister Günter Thönnessen (SPD).

In Deutschland werden pro Jahr 750 000 Tonnen Altkleider gesammelt. Der Erlös pro Tonne beträgt bis zu 400 Euro. Jährlich kommen etwa neun Kilo je Einwohner zusammen. Die Idee der Verwaltung: Wenn davon die Hälfte über das Sammelsystem erfasst würde, könnte sich ein leichter finanzieller Vorteil für die Zahler der Abfallgebühren ergeben. Das soll nun testweise in Erfahrung gebracht werden. Die anzunehmenden Verluste sollen Stadt und Bürger nicht belasten.

„Robin Hood“ ist eine Einrichtung der Diakonie Krefeld-Viersen. Sie will Langzeitarbeitslose in Kooperation mit dem Jobcenter und der Gesellschaft für Beschäftigung des Kreises fit für den ersten Arbeitsmarkt machen.

Das Angebot im Second-Hand-Bereich will Menschen mit kleinem Geldbeutel die Möglichkeit geben, gute Gebraucht-Textilien und Haushaltswaren für wenig Geld zu kaufen. Die Sachen werden gespendet.

Ohne die Einnahmen könnte „Robin Hood“ die Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit und die laufenden Kosten nicht finanzieren.

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