Der Verein für Heimatpflege bietet eine Führung mit Kamelle-Weitwurf an. Vor einem Jahrzehnt wurde die Wagenhalle im Rahserfeld gebaut.

Frank Schiffers kennt das Museum wie seine Westentasche.
Frank Schiffers kennt das Museum wie seine Westentasche.

Frank Schiffers kennt das Museum wie seine Westentasche.

Markus Rick

Frank Schiffers kennt das Museum wie seine Westentasche.

Viersen. Das Herz eines Karnevalisten schlägt rasch höher und schneller, wenn er die "heiligen Hallen" des Festausschusses Viersener Karneval im Rahserfeld betritt. Das Gebäude im Rahserfeld ist primär eine Wagenhalle für den größten Teil der Mitgliedsvereine des Festausschusses.

Mitte der 90er Jahre dachten die Verantwortlichen darüber nach, eine solche Halle zu bauen. Mit diesen Überlegungen einher ging die Vorstellungen, auch ein kleines Karnevalsmuseum in der Wagenhalle zu etablieren.

Auch ein großer Kölner Name ist zu finden: Willy Millowitsch

Ein weiser und richtiger Schritt, wie sich längst erwiesen hat. Das sieht auch der amtierende Senatspräsident Frank Schiffers so, ein Vollblutkarnevalist, dessen Herz närrisch schlägt. Und so wurde im Erdgeschoss und im ersten Stock der Halle das Viersener Karnevalsmuseum für die elf Mitgliedsvereine des Festausschuss realisiert - beim Bau der Halle vor genau einem Jahrzehnt. Die gesamte Halle, die im vergangenen Jahr erweitert wurde hat eine Größe von rund 900 Quadratmetern.

Der Verein für Heimatpflege Viersen bietet nun eine Führung durch das karnevalistische Museum und Archiv an. "Was liegt für unseren Verein näher, als es in der Karnevalszeit zu besuchen und eine ,Jecke Führung’ für Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern zu machen", so Albert Pauly, Vorsitzender des Vereins für Heimatpflege. Sie soll am kommenden Samstag zwischen 15 und 17Uhr stattfinden. Auch ein Kamelle-Weitwurf-Wettbewerb ist geplant.

Das Karnevalsmuseum, in dem auch Raum und Platz für Besprechungen ist, vereint Tradition, Faszination und Vielfalt der so genannten fünften rheinischen Jahreszeit. Frank Schiffers will im Gespräch mit der WZ keinen besonderen Höhepunkt des Museums herausstellen.

Er erwähnt jedoch die verschiedenen Exponate aus den 50er Jahren, die Verleihung des Sonderordens "Goldenes Vierscher Herz" an die Volksschauspielerlegende Willy Millowitsch aus Köln oder die rund 3000 Orden, die im Museum zu finden sind.

Der Rundgang durch das Museum macht auf Anhieb deutlich, dass der Karneval schon immer eine bunte Angelegenheit war. Der Vielfalt der gezeigten Formen beispielsweise sind kaum Grenzen gesetzt. Bei den Kostümen sind es die Farben Rot und Weiß, die eindeutig dominieren.

Die Viersener Prinzen sind als Galerie zu bestaunen

Urkunden, Aufzeichnungen, Mützen, Uniformen, eine Galerie der Viersener Prinzen (in diesem Jahr gibt es den 50.) lassen die "fünfte Jahreszeit" zu einem ganzjährig erfahrbaren Erlebnis werden. Auch die verschiedenen Facetten des Karnevals werden dargestellt: der Sitzungs- und der Kinderkarneval, die Umzüge, die Prinzenproklamation, die Büttenredner und Gruppen. Der Karneval und seine Geschichte werden lebendig.

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