Polizei und Kreisverwaltung setzen auf Radarwagen und Kreisverkehre.

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Blick in den Radarwagen des Kreises.

Blick in den Radarwagen des Kreises.

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Blick in den Radarwagen des Kreises.

Kreis Viersen. Auf den Straßen im Kreis Viersen ist zu schnelles Fahren immer noch die häufigste Unfallursache. Der Kreis und die Polizeibehörde werden dagegen mit mehr Kontrollen vorgehen. Durchschnittlich kommt es fast jede Stunde zu einem Unfall. Im vergangenen Jahr gab es im Kreis 7896 Unfälle. Das ist die höchste Zahl seit zehn Jahren. Dabei starben 17 Menschen. Überwiegend waren es Fußgänger und Zweiradfahrer.

Auch Ampelanlagen sollen vorbeugend wirken

„Wir werden präventiv und repressiv arbeiten“, sagt Landrat Peter Ottmann. „Dafür werden unsere beiden Radarwagen eingesetzt.“ Außerdem sollen Maßnahmen wie neue Kreisverkehre und Ampelanlagen Unfällen vorbeugen.

Josef Twickler von der Kreispolizei ist die Prävention besonders wichtig. „Wir gehen mit den so genannten Crashkursen in Schulen und wollen so Betroffenheit erzeugen“, sagt der Verkehrsexperte. Die Beamten berichten von echten Unfällen und zeigen vor allem die oft dramatischen Verletzungsfolgen. „Das hat eine nachhaltige Wirkung“, so Twickler.

Alle Maßnahmen zur Verkehrssicherheit werden in der Unfallkommission beraten. Sie setzt sich unter anderem aus Experten der Kreisverwaltung, der Kommunen und der Polizei zusammen. Sie ermitteln die „Unfallhäufungsstellen“. Das sind Strecken oder Kreuzungen, an denen es innerhalb eines Jahres zu mindestens drei Unfällen mit gleicher Ursache und Personen- oder Sachschaden gekommen ist.

Zur Verbesserung der Situation werden verschiede Maßnahmen beschlossen. Beispiele sind Fahrbahnmarkierungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen oder eine zusätzliche Beleuchtung.

Im Kreisgebiet stehen zehn Starenkästen. Außerdem wird mit Radarwagen kontrolliert.

Autobahnabfahrten in Schwalmtal, Niederkrüchten (beide A52) und Neersen (A 44) sind Beispiele für Unfallschwerpunkte.

„In den zurückliegenden zwölf Jahren waren zehn solcher Maßnahmen von Erfolg gekrönt“, sagt der Verkehrsdezernent des Kreises, Andreas Budde. Beispielsweise gingen an der Landstraße zwischen Dülken und Amern (L 3/L 372) die Unfallzahlen zurück, nachdem dort eine Ampel installiert worden war.

Auch Kreisverkehre sollen helfen, Unfallschwerpunkte zu entschärfen. „Darin wird zwangsläufig langsamer gefahren, und deshalb gibt es weniger Konfliktpunkte“, so Budde. Der Bau eines Kreisverkehrs ist zwar deutlich teurer als das Aufstellen einer Ampel, dafür entfallen aber laufende Aufwendungen wie Stromkosten.

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