An der Franziskus-Schule des Kreises werden private Spenden für die Finanzierung des Speise-Angebots eingesetzt. Martina Ophoves vom Förderverein sieht ein generelles Problem im Ganztagsbetrieb.

Martina Ophoves ist Mitglied im Schul-Förderverein.
Martina Ophoves ist Mitglied im Schul-Förderverein.

Martina Ophoves ist Mitglied im Schul-Förderverein.

Archiv/Reimann

Martina Ophoves ist Mitglied im Schul-Förderverein.

Kreis Viersen. Am Anfang steht eine frohe Botschaft: Ein privater Spender geht von sich aus auf den Förderverein der Franziskus-Schule zu und erklärt, 4500 Euro geben zu wollen. Da er wissen will, was mit seinem Geld passiert, fragt der Förderverein bei der Schulleitung nach. "Wir sammeln auch für eine Hütte im Außenbereich, dafür hätte man die Summe auch nehmen können", erzählt Martina Ophoves. Die Nettetalerin ist Kassiererin des Vereins, ihre Tochter Anna Maria besucht die Schule.

Wer zu geringe Einkünfte hat, kann Zuschüsse beantragen

Doch es kommt anders: Die Schulleitung schlägt vor, das Geld am besten für das tägliche Mittagessen in der Ganztagsschule zu verwenden, so Ophoves. "Da sind wir erst einmal umgefallen." Von Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Pommes, Nudeln oder Eintopf hatten die Verantwortlichen im Förderverein keine Ahnung.

34,10 Euro - das ist der monatliche Betrag, den Eltern der Kreis-Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung für die Verpflegung ihrer Kinder zahlen müssen. Wer zu geringe Einkünfte hat, etwa als Hartz IV-Empfänger, kann Zuschüsse vom Land und vom Kreis beantragen (Programm "Kein Kind ohne Mahlzeit", siehe Info-Kasten). Laut Martina Ophoves wären dann noch rund 13statt 34 Euro fällig.

Kreis als Träger bestellt und bezahlt das Essen

Doch nicht alle Eltern leisten ihren Beitrag an den Kreis Viersen, der das Essen als Träger der Schule bestellt und bezahlt. Von etwa 20Fällen bei rund 250 Schülern spricht Ophoves. "Es sind Eltern, die es nicht geregelt bekommen, dieses Geld übrig zu haben. Oder Eltern, die sich schämen, weil sie es nicht bezahlen können und deshalb nicht entsprechend reagieren. Und es gibt Eltern, kann ich mir vorstellen, die es einfach nicht interessiert."

Es sei vorgekommen, dass ein Jahr lang kein Essens-Geld an den Träger geflossen sei. Bislang habe deshalb aber noch kein Kind auf die Mahlzeit verzichten müssen, betont das Fördervereins-Mitglied, irgendwie habe man das stets verhindern können: "Beispielsweise fehlen ja immer mal Schüler wegen Krankheit."

Mehr als 70000 Schüler in NRW werden "mit finanzieller Unterstützung des Landes satt", sagt das Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales über "Kein Kind ohne Mahlzeit".

Die Kalkulation des Ministeriums: Ein durchschnittliches Mittagessen an einer Ganztagsschule schlägt bei den Eltern mit 2,50 Euro zu Buche. Das Land steuert für bedürftige Kinder einen Euro pro Essen bei, die Kommune noch einmal 50 Cent.

Durch die große Spende ist nun ein Jahr Mittagessen für alle gesichert. Doch Martina Ophoves sieht ein generelles Problem: "Es betrifft nicht nur die Franziskus-Schule, sondern alle Schulen mit Ganztagsbetrieb."

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