Wachwechsel: Josef Twickler löst Utz Schmidt ab. Er will das Sicherheitsbedürfnis älterer Menschen stärker in den Fokus rücken.

Josef Twickler (l.) ist der neue Chef der Viersener Kreispolizeibehörde. Landrat Peter Ottmann (r.) begrüßte ihn am Mittwoch im Kreishaus und verabschiedete seinen Vorgänger Utz Schmidt, der ins NRW-Innenministerium wechselt.
Josef Twickler (l.) ist der neue Chef der Viersener Kreispolizeibehörde. Landrat Peter Ottmann (r.) begrüßte ihn am Mittwoch im Kreishaus und verabschiedete seinen Vorgänger Utz Schmidt, der ins NRW-Innenministerium wechselt.

Josef Twickler (l.) ist der neue Chef der Viersener Kreispolizeibehörde. Landrat Peter Ottmann (r.) begrüßte ihn am Mittwoch im Kreishaus und verabschiedete seinen Vorgänger Utz Schmidt, der ins NRW-Innenministerium wechselt.

Siemes

Josef Twickler (l.) ist der neue Chef der Viersener Kreispolizeibehörde. Landrat Peter Ottmann (r.) begrüßte ihn am Mittwoch im Kreishaus und verabschiedete seinen Vorgänger Utz Schmidt, der ins NRW-Innenministerium wechselt.

Kreis Viersen. Der Kreis Viersen hat einen neuen Polizeichef. Josef Twickler löst Utz Schmidt ab, der den Kreis nach viereinhalb Jahren als Abteilungsleiter Polizei verlässt. In einer kleinen Feierstunde im Forum des Kreishauses verabschiedete Landrat Peter Ottmann Schmidt und begrüßte Twickler zum Amtsantritt in Viersen.

"Als ich vor viereinhalb Jahren meine Antrittsrede hielt, brauchte ich noch keine Brille", sagte Schmidt im Beisein von Bürgermeistern aus dem Kreis und der Führungsriege der Polizei. Ottmann lobte Schmidts Arbeit in höchsten Tönen. Er sei ein sicherer Steuermann in rauer See gewesen. Damit spielte Ottmann auf die Neuorganisation der Kreispolizei an.

Die hatte Schmidt auf Druck des Innenministeriums vornehmen müssen; damals stand der Bestand der Kreispolizeibehörden auf der Kippe. Sie hatten in größeren Polizeipräsidien aufgehen sollen. Heute gilt Viersen als Modellbehörde im Land; alle Kreispolizeibehörden in NRW sollen künftig nach dieser Organisation arbeiten.

Auch die Aufklärungsquote von über 50 Prozent spreche für Schmidts gute Arbeit. Der 54-jährige Essener habe durch Sicherheitskonferenzen in den einzelnen Städten und die Zusammenarbeit mit niederländischen und britischen Behörden und den Hilfsorganisationen den Menschen ein Gefühl der Sicherheit gegeben.

"Wir lassen Herrn Schmidt nicht gerne ziehen."

(Peter Ottmann, Landrat)

Im Fall des mutmaßlichen Kinderschänders habe die Polizei ebenso gute Arbeit geleistet wie bei der Kontrolle des so genannten Drogenpfades von Kaldenkirchen nach Venlo. "Wir lassen Schmidt nicht gerne gehen" sagte Ottmann und überreichte zum Abschied ein Buch über Kultur und Landschaft des Kreises.

Schmidt nimmt quasi einen Ringtausch mit seinem Nachfolger vor. Der Essener wechselt ins Innenministerium, wo er unter anderem für die Personalausstattung der Kreispolizeibehörden im Land zuständig ist. "Es ist immer gut, wenn ein Praktiker ins Ministerium kommt", sagte Ottmann.

Aus dem Innenministerium kommt Schmidts Nachfolger Josef Twickler. Der Leitende Polizeidirektor ist 57 Jahre alt, gebürtiger Westfale, und lebt seit 1980 am Niederrhein: zunächst in Willich, heute in Hüls. 1973 war der Vater von drei erwachsenen Kindern als Wachtmeister in den Polizeidienst eingetreten. Er war zuletzt auch als Sportbeauftragter landesweit für die Fitness der Polizeibeamten verantwortlich.

Twickler, jetzt Chef von rund 500 Mitarbeitern, nannte das "Viersener Modell" zukunftsweisend. In seiner Antrittsrede outete er sich als Realist. "Ich halte in Zeiten knapper finanzieller Mittel nichts davon, sich mit Wünschen aufzuhalten, die eh nicht erfüllt werden können." Als wichtigste Herausforderung der Zukunft nannte er die demografische Veränderung.

Die Polizei müsse sich auf das sich verändernde Sicherheitsbedürfnis älterer Menschen einstellen und mit einem steigenden Durchschnittsalter in eigenen Reihen zurechtkommen. Positiv seien die Erfahrungen, Wechselschichten und der Dienst auf der Straße auf der anderen Seite seien eine hohe Belastung für die Kollegen. Da wünscht sich Ottmann, dass nicht noch von außen Unruhe auf die Polizei zukommt: "Ich kann nur hoffen, dass mit der Landtagswahl 2010 nicht wieder die Debatte von der Abschaffung der Kreispolizeibehörden aufkommt."

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