Überflutete Keller und Straßen haben am Samstag die Feuerwehren Viersen und Nettetal in Atem gehalten. Kollegen aus Willich, Tönisvorst und das Technische Hilfswerk halfen.

Das Bild zeigt das große „Reinemachen“ nach eineinhalb Stunden Starkregen: „Land unter“ wie hier auf der Schirick in Viersen-Dülken. Dort hat das Wasser Straße und Keller geflutet. Wagen mussten abgeschleppt werden.
Das Bild zeigt das große „Reinemachen“ nach eineinhalb Stunden Starkregen: „Land unter“ wie hier auf der Schirick in Viersen-Dülken. Dort hat das Wasser Straße und Keller geflutet. Wagen mussten abgeschleppt werden.

Das Bild zeigt das große „Reinemachen“ nach eineinhalb Stunden Starkregen: „Land unter“ wie hier auf der Schirick in Viersen-Dülken. Dort hat das Wasser Straße und Keller geflutet. Wagen mussten abgeschleppt werden.

Günter Jungmann

Das Bild zeigt das große „Reinemachen“ nach eineinhalb Stunden Starkregen: „Land unter“ wie hier auf der Schirick in Viersen-Dülken. Dort hat das Wasser Straße und Keller geflutet. Wagen mussten abgeschleppt werden.

Kreis Viersen. Mit Donnergrollen und Blitzen hatte der Himmel die Vorboten des Unwetters vorausgeschickt. Als der Starkregen am Samstagnachmittag dann gegen 16 Uhr vor allem in den Städten Viersen und Nettetal einsetzte und eineinhalb Stunden nicht mehr aufhörte, gingen Notrufe von Anwohnern bei den Leitstellen von Feuerwehr und Polizei im Sekundentakt ein. 170 Telefonate in 90 Minuten waren nur der Anfang von "Land unter".

Willich und Tönisvorst kamen glimpflich davon. Anders Nettetal. Dort wurden 49 Wasser-Einsätze gefahren, allein 20 in Breyell. Auch die Viersener Innenstadt rund um die Fußgängerzone und die Dülkener Altstadt waren besonders betroffen. Dort, im Bereich von Bodelschwinghstraße und Hospitalstraße, war die geflutete Kanalbaustelle ein Gefahrenschwerpunkt. Die Feuerwehr musste mit Pumpen die noch nicht geschlossene Lücke zwischen altem und neuem Kanal überbrücken. Auch Mitarbeiter der Niederrheinwerke waren bis in die Nacht hinein vor Ort.

Unzählige Keller von Privathaushalten und Firmen liefen in den eineinhalb Stunden voll. Wasser drückte beispielsweise Fenster einer Bank in Dülken ein, so dass deren Keller geflutet wurde. Wasser ist auch in die Viersener Festhalle eingedrungen. Im Bereich der Technik stand es bis zu einem halben Meter hoch.

Gullydeckel wurden 30 bis 40 Zentimeter hochgedrückt

In Viersen mussten einzelne Straßen wegen der Wassermassen gesperrt werden. Außerdem waren zwei Bäume auf Fahrbahnen gestürzt. Mülltonnen schwammen durch die Straßen. An vielen Stellen wurden Gullydeckel durch das Wasser 30 bis 40 Zentimeter hochgedrückt und verschoben. Ein Viersener Feuerwehrmann ist in einen dieser offen Kanäle gefallen und hat sich Schürfwunden zugezogen.

Frank Kersbaum, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Viersen, hatte insgesamt 206 Kräfte im Einsatz, 80 Prozent Ehrenamtliche. Während des Regens habe man versucht, flächendeckend präsent zu sein, so Kersbaum. "Kollegen aus Willich, Tönisvorst und Waldniel haben uns geholfen. Und wir haben, was äußerst selten vorkommt, auch 30 Kräfte des Technischen Hilfswerks angefordert."

Die Hauptarbeit habe, so Kersbaum, dann nach dem Regen eingesetzt. Die lange Einsatzliste wurde über Stunden abgearbeitet. Privathaushalte mussten sich wegen der umfangreichen Arbeiten teilweise mehrere Stunden gedulden, ehe bei ihnen die Pumpen eingesetzt wurden, um die Keller trocken zu legen. Eine Frau war bei Aufräumarbeiten ausgerutscht und hatte sich verletzt. Weitere Verletzte meldeten aber weder Polizei noch Feuerwehr.

Am Sonntag konnte Kersbaum einen Teil seiner Mannschaft auswechseln. Angesichts der Unwetter-Warnungen für den Niederrhein hielt er Kollegen in Bereitschaft. "Wir bekommen Mitteilungen vom Deutschen Wetterdienst als SMS direkt auf unser Handy", so Kersbaum. Am Samstag indes leuchtete dieser Hinweis im Display des Viersener Feuerwehrchefs zu spät auf: 30 Minuten vorher hatte er wegen des Starkregens seine Leute schon im Einsatz.

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