Landrat Peter Ottmann zieht im WZ-Gespräch eine positive Bilanz seiner Arbeit. Der Kreis arbeite effektiv, die Finanzen seien geordnet.

Zu Gast in der WZ-Redaktion: Landrat Peter Ottmann im Gespräch mit den Redakteuren Daniel Boss, Peter Korall, Werner Dohmen und Roland Busch (v.l.).
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Kreis Viersen. Das Forum des Kreises am Viersener Rathausmarkt soll neugestaltet werden. Das kündigte Landrat Peter Ottmann im Redaktionsgespräch mit der WZ an.

Im ersten Schritt sollen in diesem Jahr 700.000 Euro fließen, ein zweiter Bauabschnitt ist für 2010 geplant. Sitzungssäle und Veranstaltungsräume seien 25 Jahre nach ihrer Fertigstellung nicht mehr zeitgemäß, sagt Ottmann. Zudem weise das Gebäude Feuchtigkeitsschäden auf. Das Geld sei gut angelegt, davon profitiere auch die heimische Handwerkerschaft.

In den vergangenen Jahren habe der Kreis bewiesen, dass er sparsam wirtschafte. Seit seinem Amtsantritt 2004, so Ottmann, habe der Kreis acht Millionen Euro Schulden abgebaut.

Die Kreisumlage, mit denen die Städte und Gemeinden den Kreis in wesentlichen Teilen finanzieren, sei von 43 Prozent im Jahr 2005 auf jetzt 40 Prozent, die Jugendamtsumlage von 19 auf 14 Prozent gesenkt worden. "Die Kommunen brauchen ja finanziell Luft, sonst können sie nicht investieren", sagt Ottmann.

"Investitionen kann man nur tätigen, wenn man Ballast abwirft."

Erreicht habe der Kreis die "geordneten Finanzen" über einen strikten Sparkurs in der Verwaltung. Dezernate seien aufgelöst, Ämter zusammengelegt worden. "Wir haben den niedrigsten Personalstand seit 20 Jahren", sagt Ottmann. Über 942 Beschäftigte verfügt die Kreisverwaltung, viele davon sind Teilzeitkräfte. Die Personalkosten belaufen sich auf 42,5 Millionen Euro, das macht 17 Prozent des Gesamthaushaltes aus. An der Spitze der Verwaltung wird es neben Ottmann nur noch drei Dezernenten geben.

Gute Noten für die Arbeit der Wirtschaftsförderung

Wirtschaftlich stehe der Kreis gut da. In den vergangenen Jahren seien 760 Arbeitsplätze neu geschaffen worden, rund 70 Unternehmen wurden angesiedelt. Eine positive Bilanz weise auch die Arge auf. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Beschäftigung habe man viele Menschen in Arbeit gebracht. Heute seien im Kreis Viersen 1.700 Personen weniger als 2006 auf Hartz IV angewiesen.

Mit der Arbeit der Wirtschaftsförderung seien die Unternehmen im Kreis zufrieden. Das erfahre er immer wieder bei seinen Firmenbesuchen, sagt Ottmann. Einziger Kritikpunkt: die Unternehmen benötigten noch besser qualifizierte Arbeitskräfte. Deshalb wolle man weiter am Fortbildungsprogramm arbeiten.

Als Wirtschaftsmotor habe sich der Bereich Tourismus erwiesen. Die Übernachtungszahlen seien in den letzten fünf Jahren um 24 Prozent gestiegen. Pro Jahr werde im Kreis ein touristischer Umsatz von 120 Millionen Euro erzielt.

Dabei profitiere man auch von der regionalen Zusammenarbeit und der positiven Entwicklung des Niederrhein-Flughafens Weeze. Die ablehnende Haltung des Kreises zum Flughafenausbau in Mönchengladbach habe sich dagegen nicht geändert.

Keine Aussicht auf Verknüpfung mit niederländischem Autobahnnetz

Als nicht mehr nachvollziehbare Tragödie bezeichnete Ottmann die unendliche Diskussion um die Verknüpfung des deutschen mit dem niederländischen Autobahnnetz am Grenzübergang Schwanenhaus bei Venlo.

Doch die niederländischen Behörden kommen mit ihrer Trassenführung nicht weiter. Deshalb liegt das gemeinsame Gewerbegebiet Venete (Venlo-Nettetal-Tegelen) auf Eis. "Meine Euphorie ist da in Realismus gemündet."

Nicht nachvollziehen kann der Landrat vereinzelt geäußerte Kritik, er sei in der Öffentlichkeit nicht präsent. "Ich selbst lade die Bevölkerung sogar häufig ein, zum Beispiel bei ,Radeln mit dem Landrat’". Und: "Ich nehme fast alle Einladungen selbst wahr." So feiert Ottmann auch gerne Karneval.

"Nicht mehr tragbar" nennt er die Situation am Autobahnkreuz Neersen. Die Baustelle ziehe sich in einem Maß in die Länge, das nicht mehr hinnehmbar sei.

Eine klare Haltung zeigt der Nettetaler auf die Frage nach seinem Herausforderer als Landrat: "Ich habe nicht nur einen Gegenkandidaten."

Mit Blick auf die größten Herausforderungen: "Die demographische Entwicklung ist die Zukunftsaufgabe schlechthin. Städte, Gemeinden und Kreis müssen sie gemeinsam schultern." Notwendig sei ein Pflegeentwicklungsplan.

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