In der Franziskus-Schule fällt die Heizung aus, Schlitten sind ausverkauft.

Kreis Viersen. Die ungewöhnlich tiefen Temperaturen haben nicht nur Auswirkungen auf den Straßenverkehr. Auch andere Bereiche des Alltagslebens werden durch die sibirisch anmutende Kälte beeinflusst.

Kältefrei in Süchteln

So war am Donnerstagmorgen in Süchteln das seltene Wort "kältefrei" zu hören: In der Franziskus-Schule war an Lernen nicht zu denken, in dem Gebäude an der Josef-Deilmann-Straße war es einfach zu kalt.

Eine Nachfrage beim Kreis Viersen, der für die Förderschule zuständig ist, bringt die Erklärung: "In der Nacht ist ein Bauteil der Heizung ausgefallen", sagt Sprecher Kaspar Müller-Bringmann. Inzwischen läuft die Heizung aber wieder, sodass der Unterricht am Freitag stattfinden kann.

Installateure im Einsatz

Doch nicht nur in der Schule in Süchteln gab es Probleme dieser Art: "Wir sind pausenlos im Einsatz", sagt Leo Dammer von der Kreis-Innung für Sanitär- und Heizungstechnik. Der Obermeister ist gerade bei einem Notfall: In Brüggen war eine Wasserleitung eingefroren.

Auch geplatzte Heizkörper lassen bei Dammer und seinen Kollegen die Telefone klingeln. Für das Wochenende hat der Installateur in seinem Betrieb einen verstärkten Notdienst eingeplant.

Leere Regale im Supermarkt

In der städtischen Übernachtungsstelle finden derzeit sechs Menschen Schutz vor der Kälte. Das Haus verfügt über 20 Plätze, die aber nie alle in Anspruch genommen wurden. Im vergangenen Jahr haben durchschnittlich fünf Menschen pro Nacht in der Einrichtung geschlafen. Im Januar 2008 waren es elf.

Damals gab es laut Stadt in Viersen noch 550 Obdachlose, jetzt fünf.

Not einer ganz anderen Art hat der Real-Supermarkt an der Kanalstraße. Hier war gestern das "Winter-Sortiment" ausverkauft. "Am Montag war der Stichtag. Da ging’s los", sagt Helmut Hansen, bei Real Teamleiter für den Bereich Non-Food. So haben sich Anfang der Woche zahlreiche Kunden für eine Rodelpartie ausgerüstet. Entsprechend schrumpfte der Vorrat von 20 Bobs und 15 Holzschlitten auf null.

"Da bekommen wir auch nichts mehr rein", sagt Hansen. Andere Winterartikel seien nachbestellt. Man warte dringend auf neue Ware, wie Schneeschieber, Granulat und Frostschutzmittel.

Was außerdem in den vergangenen Tagen knapper geworden ist, kommt aus dem Bereich Lebensmittel. Schließlich wissen sich die Kunden zu helfen: Statt Granulat wandert nun Speisesalz in die Einkaufstasche und auf die Straßen.

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