Bilanz: Verband für die Region blickte auf das vergangene Jahr.

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Peter Babinetz (l.) und Felix Pieroth sprechen von einer wachsenden Klientenzahl bei der Schuldnerberatung.

Peter Babinetz (l.) und Felix Pieroth sprechen von einer wachsenden Klientenzahl bei der Schuldnerberatung.

Knappe

Peter Babinetz (l.) und Felix Pieroth sprechen von einer wachsenden Klientenzahl bei der Schuldnerberatung.

Kreis Viersen. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer, das hat das vergangene Jahr beim Caritasverband für die Region Kempen-Viersen gezeigt. Dieses Fazit zogen Vorsitzender Felix Pieroth, und Peter Babinetz, Geschäftsführer des Caritasverbandes, bei der Jahresbilanz. "Ein Indiz für die wachsende Not in der Region ist die ständig steigende Zahl von Klienten in der von uns angebotenen Schuldner- und Insolvenzberatung", sagte Babinetz. Im abgelaufenen Kalenderjahr beriet der für Bürger aus Viersen, Schwalmtal, Brüggen und Niederkrüchten zuständige Dienst 1456 Menschen. Im Jahr 2007 waren es 176 weniger.

Verwahrloste Haushalte und mangelernährte Kinder

Die Gründe für die Überschuldung seien vielfältig, wie Babinetz betonte. Ein zu geringes Einkommen, Arbeitslosigkeit und Trennung seien es auf der einen Seite, auf der anderen Seite werde es den Konsumenten durch die überall angebotenen Ratenkredite einfach gemacht, in die Schuldenfalle zu tappen. Die Augen öffnen, beraten und neue Lebensperspektiven geben, das hat sich die Schuldner- und Insolvenzberatung der Caritas auf die Fahnen geschrieben. Aber nicht nur hier haben die Mitarbeiter gestiegene Not erlebt: Die Familienpflegerinnen des Caritasverbandes, die kaum noch die klassische Familienpflege betreiben, sondern stattdessen im Auftrag des Jugendamts betreuen, verzeichneten ebenfalls einen Anstieg der Menschen, die Hilfe bedürfen. Verwahrloste Haushalte, ungepflegte und mangelernährte Kinder sowie überforderte Eltern werden immer häufiger von den 17 Mitarbeitern angetroffen. "Auch die ehrenamtlich in der Pfarrcaritas engagierten Helfer berichten uns, dass die Not zunimmt", sagte Pieroth. Die Caritas reagiert mit Mahlzeiten-Angeboten wie etwa ein Kochkurs im Begegnungszentrum "Krumm" in Willich. "Es wurde festgestellt, dass viele Frauen, die Lebensmittel der Tafel erhielten, nicht auf frisches Gemüse zurückgriffen, weil sie dessen Zubereitung nicht kannten. Also boten Ehrenamtler den Kurs an", erzählt Babinetz. Nach wie vor liegt ein Schwerpunkt der Arbeit auf der Fürsorge für Alte und Pflegebedürftige. Die sechs Caritas-Pflegestationen betreuten im vergangenen Jahr in diesem Bereich 2151 Menschen. Im Oktober wird die Geschäftsstelle des Caritasverbandes ins neue Haus an der Ecke Heierstraße/Hermann-Hülser-Platz in Viersen ziehen. Ende Dezember wird das neue Altenheim an der Adresse eröffnet. Danach werden im Gebäude das Mehrgenerationenhaus, die Pflegestation, die Service-Wohnungen sowie die Beratungsstellen eingerichtet.

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