Der Ausbruch der Vogelgrippe in Niedersachsen hat auch Folgen für Gefieder-Freunde im Kreis Viersen.

Kreis Viersen. Das Wochenende hatten sich Hans Wegling und die anderen Mitglieder vom Geflügelzuchtverein Elmpt ganz anders vorgestellt. Am Freitag sollten 332 Hühner, Enten, Tauben und anderes Rassegeflügel zur Ausstellung gebracht und Samstag und Sonntag dem Publikum gezeigt werden. Aber: Die Geflügelgrippe machte den Ausstellern einen Strich durch ihre Rechnung.

Ausgebrochen war sie Mitte Dezember im Kreis Cloppenburg in Niedersachsen. Seitdem mussten in rund 25 Betrieben einige 100 000 Tiere getötet werden.

Und weil Niedersachsen ein Nachbarland von Nordrhein-Westfalen ist, gilt auch hier: keine Geflügelmärkte oder -ausstellungen.

In den Regierungsbezirken, die direkt an Niedersachsen grenzen, müssen die Tiere bereits konsequent im Stall bleiben. So weit ist es hier noch nicht, aber die Ausstellung, auf die sich die Geflügelzüchter ein ganzes Jahr gefreut hatten, fiel aus. "Natürlich habe ich für diese Art der Vorsorge Verständnis", sagt Wegling. "Aber genauso natürlich sind wir enttäuscht."

Vor allen Dingen litten die Hobbyzüchter immer darunter, dass die Geflügelgrippe in den Großbetrieben ausbreche. Impfungen seien zwar eine denkbare Lösung, aber geimpfte Tiere dürften nicht mehr exportiert werden - undenkbar für die Großbetriebe, so Wegling. "Dabei erhalten wir als Hobbyzüchter die Artenvielfalt. Ohne unsere Zuchtarbeit wäre die genetische Palette längst nicht mehr so breit, im Extremfall würde das Huhn - und damit auch das Masthähnchen - sogar aussterben."

"Die sind tatsächlich pleite."

Hans Wegling über Kölner Züchterkollegen

Als im Frühjahr 2003 die Geflügelpest den Niederrhein erreichte, hatte Wegling selbst Glück: Er lag mit seinem Grundstück außerhalb des Bereichs, in dem die Tötung der Tiere angeordnet wurde. Aber in einem solchen Ernstfall würde die Keulung auch nicht vor den Hobbyzuchtbetrieben halt machen.

Jetzt gilt für den Verein zuerst einmal, den finanziellen Verlust zu verkraften. Denn für die Ausstellung waren alle Pokale und Bänder bereits beschriftet, sie können nicht bis nächstes Jahr verwahrt werden. 400 Euro hatten die Hobbyzüchter investiert - ein halbes Jahresbudget. "Und die Ausstellung an sich bringt ja sonst auch immer noch Spenden und Verlosungserlöse", zählt Wegling auf.

Er hat mit Züchterkollegen im Kölner Raum gesprochen, die auch ihre Ausstellung absagen mussten: "Die sind tatsächlich pleite." Die Niederkrüchtener haben statt der Ausstellung nun am Freitag einen Züchterabend für die befreundeten Vereine, unter anderem aus Hückelhoven, Krefeld und Viersen, veranstaltet. "So haben sich wenigstens die Menschen getroffen, wenn sie auch nicht ihre Tiere mitbringen und prämieren lassen konnten."

Besonders enttäuscht darüber, dass die Ausstellung ausfallen musste, sind laut Wegling die Nachwuchszüchter. Seine zehnjährige Enkelin Billy-Jean wollte ihre Haubenhühner zeigen.

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