Netzwerk will Betroffene unterstützen. Dafür gibt es 150 000 Euro vom Ministerium.

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Amputation – und was dann? Das neue Netzwerk will helfen.

Amputation – und was dann? Das neue Netzwerk will helfen.

dpa

Amputation – und was dann? Das neue Netzwerk will helfen.

Viersen. „Eine Amputation ist nicht das Ende, sondern leitet einen neuen Lebensabschnitt ein“, sagt Ralf Lettermann vom gleichnamigen Sanitätshaus. Das Netzwerk Ampunet, das nun seine Arbeit aufgenommen hat, will die Betroffenen unterstützen, ihre Lebensqualität zurückzugewinnen. 2008 wurden 90 Menschen im Stadtgebiet amputiert.

Das Projekt könnte auf andere Krankheitsfelder übertragen werden

Jede Amputation sei ein Schock-Erlebnis, so Bürgermeister Günter Thönnessen. Die städtische Wirtschaftsförderung hat die Partner des Netzwerks zusammengebracht und sich erfolgreich um einen Förderstatus bemüht: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat 150 000 Euro aus dem Zentralen Investionsprogramm Mittelstand zur Verfügung gestellt.

Nun entwickeln Viesener Firmen in Zusammenarbeit mit der AOK Rheinland, dem Fraunhofer Institut (Stuttgart), der Hochschule Witten-Herdecke und der Dresdener Universität die Schritte für die Betroffenen. Wirtschaftsförderer Thomas Küppers: „Unternehmen müssen erkennen, dass man sich auf den Weg machen muss.“

Durch das Projekt würde die individuelle Versorgung der Patienten verbessert, erklärt Professor Dietmar König, ärztlicher Leiter der Orthopädischen Klink des Landschaftsverbands Süchteln. Dort wird jeden Tag in zwei Sälen operiert. Das Netzwerk sei ein Leuchtturm, das Projekt könnte auf andere Krankheitsfelder übertragen werden. Es würde den Patienten an die Hand nehmen, erläutert Lettermann, der das Projekt zusammen mit Beatrix Heggen-Bogard von der Orthopädischen Klinik leitet.

Viersener Gesundheitssystem durch Innovation verbessern

Entscheidend für eine schnelle, erfolgreiche Rehabilitation sei laut Lettermann die effektive Zusammenarbeit von Haus- oder Facharzt, Krankenhaus, Rehabilitationsklink, ambulantem Pflegedienst und Orthopädie-Techniker. Zu den Netzwerk-Partnern gehört das Mönchengladbacher Maria-Hilf-Krankenhaus, eine Klinik mit einer gefäßchirurgischen Abteilung.

Pflegedienst Funck (Viersen), „Meine Alltagspartner“ (Dülken), „TechnoConcept“ (Viersen), „Kompetenz in Sachen Wundmanagement“ (Nettetal).

Acht von zehn Betroffenen sind älter als 60.
 

Die Wirtschaftsförderung wird das Netzwerk weiter begleiten. Dazu gehört der Antrag auf weitere 150 000 Euro. Eine Analyse der Wirtschaftsförderung hat ergeben, dass die Viersener Gesundheitswirtschaft durch innovative Versorgungsangebote und Produkte verbessert werden könne.

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