Kreis-Wohnungsgesellschaft baut in Schiefbahn Häuser für Flüchtlinge – und eine Sparkasse in Oedt.

Kreis-Wohnungsgesellschaft baut in Schiefbahn Häuser für Flüchtlinge – und eine Sparkasse in Oedt.
GWG und Sparkasse bauen derzeit gemeinsam in Oedt. Grafik: Sparkasse

GWG und Sparkasse bauen derzeit gemeinsam in Oedt. Grafik: Sparkasse

GWG und Sparkasse bauen derzeit gemeinsam in Oedt. Grafik: Sparkasse

Kreis Viersen. Überschuss im Portemonee, verbesserte Mieterkontakte, viele Projekte vor der Brust – bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen (GWG) strahlten die Verantwortlichen fast so sehr wie die Sonne vor der Tür. Denn Günter Werner, Vorsitzender des Aufsichtsrats, sowie Günther Thelen und Landrat Andreas Coenen als Mitglieder des Vorstandes hatten jede Menge guter Nachrichten mitgebracht.

Da wäre zunächst ein Überschuss von 2,1 Millionen Euro zu nennen, den die GWG im Vorjahr erwirtschaftet hat. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 6,3 auf 169,7 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat billigte die Absicht, eine Dividende von 26 Euro je Stückaktie auszuschütten und die restlichen 1,3 Millionen Euro in die Rücklagen zu geben. Diese dienen laut Werner als Puffer, um anstehende energetische Sanierungen angehen zu können.

Insgesamt hat die GWG 4525 eigene Wohneinheiten im Bestand – zehn mehr als im Jahr davor. Allein in Willich sind es 707, in Kempen 489, in Grefrath 193 und in Tönisvorst 150. Hinzu kommen 1788 Garagen und 26 Gewerbeeinheiten. Weitere 171 Wohn- und 115 Gewerbeeinheiten betreut die GWG für andere Eigentümer.

Einen Schwerpunkt legt die AG in den kommenden Jahren auf den Neubau von Wohnhäusern für Flüchtlinge. „Dafür legen wir ein ziemlich großes Programm auf“, so Günther Thelen, der insgesamt von mehr als 150 Wohneinheiten spricht. Allein 2016 wurden die Grundsteine für Bauvorhaben mit insgesamt 36 Wohnungen gelegt, in diesem Jahr folgten bereits Schiefbahn (elf) und Waldniel (zehn). Die Häuser werden von den Kommunen angemietet.

Auf Balkone und Aufzüge wird zunächst verzichtet

Die Bauweise ist hochwertig, der Innenausbau wird jedoch zunächst schlicht – auf Balkone und Aufzüge wird zum Beispiel verzichtet. Diese können aber nachgerüstet werden, wenn die Häuser später nicht mehr für Flüchtlinge benötigt werden. Die GWG bleibt dann Eigentümer und vermietet die Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen an Alleinstehende und Paare.

Laut Thelen gibt es „einen ungeheueren Bedarf an preisgünstigem Wohnraum“ – vor allem in Willich und in Kempen. Gleich mehrere Bauprojekte hat die GWG derzeit in der Pipeline – zum Beispiel in Oedt. Dort errichtet sie in einer Bauherrengemeinschaft mit der Sparkasse ein neues Domizil für das Kreditinstitut. Mit dem Rohbau wurde Anfang des Jahres begonnen, die Fertigstellung soll im Sommer 2018 sein. Neun Mietwohnungen gehören zu dem Komplex.

Andreas Coenen stellte neue Wege vor, mit denen die GWG auf ihre Kunden zugeht. So wurden am Firmensitz in Viersen insgesamt 250 Quadratmeter neu angemietet. Davon allein 75 Quadratmeter für das Konzept „Open Space“: Mit Beratungsinseln, Getränkebar und Krabbelbereich für Kinder öffnet man sich für Besucher.

Parallel dazu geht die GWG mit einem Mieterportal in eine Testphase. Künftig sollen hier Anfragen, Beschwerden usw. online abgewickelt werden können. Auch eine spezielle App dazu soll zeitgleich an den Start gehen.

Zufrieden ist die GWG auch mit der Aktion „Fire Angel“: 2016 wurden mehr als 31 000 Rauchmelder in den Wohnungen installiert. Kostenaufwand: rund eine halbe Million Euro.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer