Betriebsrat und Geschäftsführung hoffen noch auf Einigung in letzter Minute. Mitarbeiter fragen nach Abfindungsregeln.

Zahlreiche Tengelmann-Mitarbeiter haben sich am Mittwoch zur Betriebsversammlung am Logistikzentrum Viersen getroffen. Es werden laut Betriebsrat rund 2.000 Mitarbeiter erwartet, die sich neue Informationen über ihre Zukunft erhoffen.
Zahlreiche Tengelmann-Mitarbeiter haben sich am Mittwoch zur Betriebsversammlung am Logistikzentrum Viersen getroffen. Es werden laut Betriebsrat rund 2.000 Mitarbeiter erwartet, die sich neue Informationen über ihre Zukunft erhoffen.

Zahlreiche Tengelmann-Mitarbeiter haben sich am Mittwoch zur Betriebsversammlung am Logistikzentrum Viersen getroffen. Es werden laut Betriebsrat rund 2.000 Mitarbeiter erwartet, die sich neue Informationen über ihre Zukunft erhoffen.

Ulli Tückmantel

Zahlreiche Tengelmann-Mitarbeiter haben sich am Mittwoch zur Betriebsversammlung am Logistikzentrum Viersen getroffen. Es werden laut Betriebsrat rund 2.000 Mitarbeiter erwartet, die sich neue Informationen über ihre Zukunft erhoffen.

Viersen. Vielleicht 2500, vielleicht weniger der rund 4000 Mitarbeiter der Nordrhein-Region von Kaisers Tengelmann stehen am Mittwochnachmittag bei der Betriebsversammlung auf dem Logistik-Hof des Supermarktketten an der Ernst-Moritz-Arndt Straße in Viersen. Geschäftsführer Raimund Luig dankt den Männern und Frauen, dass sie trotz allem den Betrieb weiter aufrechterhalten. Und vielleicht findet sich ja doch eine Lösung, bis die von Eigentümer Erivan Haub gesetzte letzte Frist am Freitag abläuft. Aber die zweijährige Hängepartie müsse jetzt ein Ende haben, sagt Luig.

Die Zahlen sind eine Katastrophe, die Mitarbeiterfluktuation in einigen Zentralbereichen lasse die Luft immer dünner und enger werden, sagt Geschäftsführer Luig, und spricht von enormen Risiken für den Geschäftsbetrieb. Die Verluste stiegen immer noch, und der Verkauf an Edeka bleibe die beste Lösung. Auf jeden Fall aber der Erhalt des Gesamtunternehmens.

Unten bei den Mitarbeitern steht Rainer Schroers, 60 Jahre alt, Betriebsratsvorsitzender in der Nordrhein-Region. Er arbeitet seit dem 5. April 1979 im Unternehmen, das Datum weiß er auswendig. Er hat alle Höhen und Tiefen von mehr als drei Jahrzehnten mitgemacht, aber so schlimm stand es noch nie. Aber natürlich hat er die „riesen Erwartung, dass doch noch ein erfolgreicher Übergang“ hinzukriegen ist. Das sagt er auch den Kolleginnen und Kollegen, die auf dem Hof in der Herbstsonne stehen. Von einem Reuters-Reporter hat er gehört, dass es am Donnerstag ein Spitzentreffen geben soll. So meldet es auch die dpa. Der „Tagesspiegel“ will noch einmal gehört haben, auch Karstadt sei interessiert.

Die Belegschaft in schwarzen Jacken mit der Rückenaufschrift „Immer eine gute Idee“ nimmt die Reden und Grußworte mal mit Pfiffen, mal mit Klatschen auf. Dann können sie Fragen stellen. Die erste lautet: „Wie sieht es denn mit den Abfindungen aus?“ Alle Fragen, die gestellt werden, richten sich auf eine Zukunft, in der es Kaisers Tegelmann nicht mehr gibt und die Lieblingslösung von Geschäftsführung und Betriebsrat, nämlich der Vollzug der gerichtlich gestoppten Ministererlaubnis von Sigmar Gabriel (SPD) zur Fusion mit Edeka, sich nicht verwirklichen lässt.

Und dann? Viersen Bürgermeisterin Sabine Anemüller sorgt sich nicht nur um die rund 300 Beschäftigten am Logistik-Standort, es gibt auch noch zwei Filiale in der Stadt, eine davon gleich neben dem Betriebsgelände. Die ist wegen der Betriebsversammlung geschlossen. Betriebsratschef Schroers glaubt nicht, dass der Logistik-Standort eine Chance hat, wenn Eigentümer Haub sein Unternehmen in Einzelteilen verkauft.

Nach anderthalb Stunden löst ich die Betriebsversammlung in der tiefstehenden Sonne auf. Ein Damen-Trüppchen mit grünen Kragen (Abteilung Wurst und Fleisch aus Meisterhand) macht sich auf. „Hier erfährste ja doch nix“, sagt die Wortführerin.

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