Die Saison läuft – am 19. April ist Weißer Sonntag.

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Erstkommunion-Trends: Wadenlang bei der jungen Dame, Streifen für den jungen Herrn.

Erstkommunion-Trends: Wadenlang bei der jungen Dame, Streifen für den jungen Herrn.

dpa

Erstkommunion-Trends: Wadenlang bei der jungen Dame, Streifen für den jungen Herrn.

Viersen. Der Tag der Erstkommunion für die katholischen Kinder in den Viersener Gemeinden rückt näher - und mit ihm auch die Frage, was die Kinder anziehen sollen. Am 19. April ist Weißer Sonntag, der eigentliche Tag der Erstkommunion für die Drittklässler; in manchen Gemeinden hat man sich allerdings auf einen späteren Termin festgelegt.

Die Frage nach der Kleidung für diesen besonderen Tag aber bewegt alle gleichermaßen. Wird es ein Kleid (bei Jungen ein Anzug) oder eine einheitliche Kutte? Treffen die Familien die Entscheidung oder die Pfarre?

Etliche Viersener Pfarrgemeinden, so St. Remigius, St. Josef oder St. Clemens, lassen den Familien die freie Wahl: "Was getragen wird, sollte nicht zur Vorschrift gemacht werden", sagt Margret Dedden, Katechetin in der Süchtelner St.Clemens-Gemeinde.

Sie betreut seit vielen Jahren die Vorbereitungen zur Erstkommunion und stellt fest, dass die Frage nach Kutten seit langer Zeit von den Eltern nicht mehr diskutiert werde. "Wir sind kein Land der Uniformen - in Schulen werden keine Uniformen getragen, warum sollte man das dann bei einem kirchlichen Fest tun?"

Pfarrer Michael Schlößer, der seit Herbst die Gemeinden in Süchteln betreut, nickt dazu. Man lege Wert auf festliche, aber nicht auf einheitliche Kleidung. "Auch Weiß ist kein Muss. Die Kinder können durchaus farbige Kleidung tragen, aber festlich sollte es sein."

Schaffe man Kutten an, erzählt Dedden weiter, stellen sich eine Menge Probleme hinsichtlich der Größen, der Aufbewahrung und der Reinigung. Letztlich sei das für eine Pfarre ein großer Kostenaufwand. Allein in St. Clemens gehen in diesem Jahr 83 Kinder zur Erstkommunion - und man könne nicht allen Kindern gerecht werden. Jedes habe das Recht auf ein einwandfreies Gewand, das könne man bei gebrauchten Sachen nicht gewährleisten.

"Außerdem stellt sich die Frage, was die Kinder am Nachmittag tragen", wirft Schlößer ein. Nein, es komme nicht in Frage, dass man den Eltern und Kindern Vorschriften zur Kleiderordnung mache. "Alle sind gleich - vor Gott, und nicht durch die Kleidung."

Taschen-"Gekrame" soll es im Gottesdienst nicht geben

Aus Spargründen treibe es die Eltern sowieso nicht zu den Kutten, man wolle die Kinder für dieses Fest großzügig ausstatten. Da haben es die Gebrauchtbörsen, wie es sie von der Caritas auch in Süchteln gibt, schwer.

Schlicht und kurz bis wadenlang ist der Kleider-Trend, bei Anzügen sind gedeckte Farben "in", gerne auch gestreift. Das bestätigt Peter Vonwirth, der auf der Viersener Hauptstraße und in Düsseldorf zwei Boutiquen für Kinderkleidung betreibt. Die Saison laufe schon seit November und wird bis mindestens eine Woche vor dem Kommunionstag andauern.

Im Sortiment finden sich auch Kränze. Susanne Meyer, die gerade mit ihrer Tochter die Frage nach dem Kopfschmuck debattiert, findet diese Variante nicht so schön und schlägt dem Nachwuchs ein Kränzchen aus echten Blumen vor. "Das ist doch total out", kontert das Mädchen und überzeugt die Mutter von "Curlings", die in den Zopf geflochten werden.

Ein Täschchen, ein Taschentuch und Handschuhe müssen auch noch her. Das Zubehör für die Mädchen sieht Pfarrer Schlößer allerdings kritisch. "Gekrame" möchte er im Gottesdienst nicht haben. Deswegen sollen die Mädchen ihre Taschen und sonstigen Beiwerke nicht mit in die Kirche nehmen.

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