Nach dem Verlust der Müllabfuhr sucht das Unternehmen neue Aufträge im Umland.

Entsorgung
Seit dem 1. Januar ist die EGN nicht mehr für die Müllabfuhr in Viersen zuständig.

Seit dem 1. Januar ist die EGN nicht mehr für die Müllabfuhr in Viersen zuständig.

Baum, Oliver

Seit dem 1. Januar ist die EGN nicht mehr für die Müllabfuhr in Viersen zuständig.

Viersen. „Wir bleiben dem Standort Viersen treu.“ Dieses eindeutige Bekenntnis legten gestern die beiden Geschäftsführer Reinhard Van Vlodrop und Bernfried Ahle für die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) ab. Hintergrund ist, dass die EGN mit Beginn des Jahres die Müllabfuhr – mit Ausnahme der gelben Tonne und gelben Säcke – an den Konkurrenten Remondis verloren hatte. Das weltweit tätige Unternehmen hatte bei der europaweiten Ausschreibung das günstigste Angebot abgegeben.

Es sollen keine Mitarbeiter entlassen werden

Dagegen hatte die EGN eine Vergabebeschwerde eingereicht. Van Vlodrop und Ahle gehen inzwischen davon aus, dass es durch dieses Verfahren „keine gravierende Umkehr geben wird“. Das Verfahren sieht vor, dass die Niederrheinwerke die von Remondis durchgeführte Kalkulation für Löhne und Gehälter überprüfen. Das Ergebnis ist Grundlage für weitere Entscheidungen der Vergabekammer.

Die EGN glaubt, dass die bis zu zehn Prozent günstigeren Preise, die Remondis den Kunden bei der Müllabfuhr verspricht, kein Ergebnis der Ausschreibung sind. Diese seien auf geringere Gebühren zurückzuführen. „Wir haben die Müllgefäße an die Stadt Viersen verkauft. Dadurch entfallen für die Stadt und für Remondis die Mietkosten für die Tonnen“, sagt Ahle.

Der Verlust des Großkunden bedeutet für die EGN erhebliche Umsatzeinbußen. Die Folge ist, dass das Unternehmen ab dem zweiten Quartal des Jahres circa zehn Leute weniger beschäftigen wird. „Wir werden aber keine Festangestellten entlassen, sondern weniger Mitarbeiter von Personaldienstleistern einstellen“, sagt Ahle. Man wolle sich auch in Zukunft in Viersen sozial engagieren, müsse dabei aber möglicherweise einsparen.

Die Verantwortlichen bei der EGN gehen davon aus, dass sie einen Teil des verlorenen Umsatzes ausgleichen können. So will sich das Unternehmen in Krefeld an der Ausschreibung für die Entsorgung der Abfälle aus der „gelben Tonne“ beteiligen. In Teilen von Solingen und Leverkusen entsorgt die EGN Papier.

In Düsseldorf, Neuss, Aachen und Düren werden Abfälle für Gewerbe und Industrie abtransportiert. „Diese Aktivitäten wollen wir ausbauen. Dann können wir vielleicht auch wieder mehr Leute beschäftigen“, gibt sich Van Vlodrop optimistisch.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer