Patrick Kelter hat sich gut eingelebt im alten Forsthaus. Er ist der neue Betreuer des Wildgeheges.

Patrick Kelter ist der neue Betreuer des Wildgeheges auf den Süchtelner Höhen.
Patrick Kelter ist der neue Betreuer des Wildgeheges auf den Süchtelner Höhen.

Patrick Kelter ist der neue Betreuer des Wildgeheges auf den Süchtelner Höhen.

Jörg Knappe

Patrick Kelter ist der neue Betreuer des Wildgeheges auf den Süchtelner Höhen.

Süchteln. Der junge Waldkauz in der großen Voliere sitzt unbeweglich auf einem Ast. Lediglich der Kopf mit den großen dunklen Augen dreht sich mal von rechts nach links. „Ihn können wir in Kürze auswildern. Er schon seine erste lebende Maus geschlagen“, berichtet Patrick Kelter.

Der Vogel war aus dem Nest gefallen und von Bürgern aufgesammelt worden. Die wussten nicht wohin mit ihm, und so landete der damals rund drei Wochen alte Vogel beim neuen Wildgehegebetreuer im alten Forsthaus auf den Süchtelner Höhen.

Das alte Forsthaus wird zu einer Auffangstation für verletzte Tiere

Am 1. Januar hat der 28-jährige gelernte Zoopfleger die vakant gewordene Stelle besetzt und sich „schon gut eingelebt“. Eigentlich ist er nur für die Versorgung des Wildgeheges und seiner Tiere zuständig, doch das alte Forsthaus hat sich ein Stück weit schon zu einer Auffangstation für verletzte und junge Vögel gewandelt.

Das kommt nicht von ungefähr. Sowohl Kelter als auch seine Lebensgefährtin Mareike Schmid besitzen den Jagd- und Falknerschein und nennen acht Greifvögel ihr eigen. In der kurzen Zeit von Januar bis jetzt kümmerten sich die beiden um einen unterernährten Turmfalken, einen Mäusebussard sowie einen weiteren Waldkauz, der eine Autokollision überlebt hat, und diverse andere verletzte oder aus dem Nest gefallene Vögel von Krähen bis hin zum Mauersegler. „Dafür haben wir eine der Großvolieren unserer Greifvögel genutzt. Wir würden gerne eine größere Auffangstation auch für andere Wildtiere betreiben, aber dafür bräuchten wir Sponsoren, die uns finanziell unterstützen“, sagt Kelter.

Helfen wird bei dem 28-Jährigen groß geschrieben. So zog er eines der Kamerunschafe, die im Wildgehege leben, mit der Flasche auf, und auch die Laufenten, die bald in den Teich umziehen, sind Handaufzuchten.

Gegen eine kleine Spende bietet Patrick Kelter Kindergärten und Grundschulen eine Führung durch das Wildgehege mit anschließender Vorstellung seiner Greifvögel an. Neben den Tieren gibt es einen neu angelegten Naturerlebnispfad. Das Wildgehege besteht seit 1975.

Der Arbeitstag fängt bei Kelter morgens um 9 Uhr mit dem Aufschließen des Wildgeheges an. Dann folgen die Fütterung und Säuberung der Gehege bei den Schafen, dem Damwild und den Wildschweinen. Täglich werden die Zäune kontrolliert.

„Füttern verboten“: Besucher missachten die Hinweistafeln

An Sonntagen wird das Gehege von bis zu 300 Menschen besucht. Darüber freut sich Kelter. Was er nicht versteht ist, dass einige Besucher trotz der großen Hinweistafeln „Füttern verboten“ immer wieder die Wildtiere mit altem Brot und ähnlichem füttern. Auch schaffen es die Besucher nicht, auf den Wegen zu bleiben, sondern stiefeln quer durch die Botanik hinter den Tieren her.

Deshalb hat Kelter immer ein wachsames Auge auf die Besucher – besonders im Hinblick auf die Jungtiere, von denen es momentan reichlich gibt. Vier Damwildkälber und 14 Frischlinge gehören neben fünf jungen Schafen zum Nachwuchs.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer