Seit inzwischen mehr als zwei Jahren läuft das Projekt „Würdige Sterbebegleitung“.

Sterbende würdig begleiten – darum geht es in dem Projekt.
Sterbende würdig begleiten – darum geht es in dem Projekt.

Sterbende würdig begleiten – darum geht es in dem Projekt.

dpa

Sterbende würdig begleiten – darum geht es in dem Projekt.

Kreis Viersen. Der Geschäftsführer des Caritasverbandes der Region Kempen-Viersen hat eine klare Meinung zum Umgang mit dem Tod: "Im 21. Jahrhundert wird das Thema Tod und Sterbebegleitung noch immer tabuisiert. Die Menschen tun sich schon schwer zu kondolieren." Außerdem, so Peter Babinetz, "sind Rituale im Zusammenhang mit dem Tod abhanden gekommen."

Babinetz bezeichnet Deutschland in Sachen Sterbebegleitung als ein Entwicklungsland. Doch der Caritasverband hat mit dem Projekt "Würdige Sterbebegleitung", das 2006 begann und nun bis 2010 verlängert wurde, ein Zeichen gesetzt. Finanzielle Hilfe kommt von der Stiftung zur Unterstützung von Jugend und Alter aus Nettetal.

Mittlerweile gibt es eine Kooperation mit der Hospiz-Initiative

Am Mittwoch wurde der Stand des Projekts, an dem das Institut für angewandte Pflegeforschung wissenschaftlich beteiligt ist, erläutert. "Wer einen sterbenden Menschen begleitet, muss sich auf ihn einlassen und seine Signale wahrnehmen. Das gilt auch und gerade für unsere hauptamtlichen Mitarbeiter", so Babinetz.

Das Projekt ging und geht der Frage nach, wie der Caritasverband in seinen beiden Altenheimen und sechs Pflegestellen der Region die Sterbebegleitung wesentlich verbessern kann. Inzwischen hat der Verband einen Kooperationsvertrag mit der Hospiz-Initiative Kreis Viersen geschlossen.

Außerdem hat er die Fortbildung seiner hauptamtlichern Mitarbeiter in der Palliativpflege verstärkt. Es gibt 14 neue Fachkräfte. Und das Thema Sterbebegleitung ist inzwischen zu einem festen Bestandteil des Qualitätsmanagements in den Einrichtungen geworden.

Der Caritasverband möchte, so die Verantwortlichen, Menschen in ihrer letzten Lebensphase im ganzheitlichen Sinne betreuen. Um auf diesem Weg das angestrebte Ziel zu erreichen, werden "Coachings" angeboten.

Das Projekt findet in der Fachwelt große Beachtung: 2008 wurde es mit dem "Palliative Care Award" ausgezeichnet. Und: Über ein Drittel der Pflegenden sagt heute, sie hätten mehr Sicherheit darin gewonnen, einen Sterbenden zu begleiten. Jetzt will man sich verstärkt mit dem Thema Demenz am Lebensende beschäftigen.

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