Nach 14 Monaten Bauzeit kann man am Ransberg wieder schwimmen. Der Andrang zur Eröffnung war groß.

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Groß, hell, familientauglich: das neue Ransbergbad.

Groß, hell, familientauglich: das neue Ransbergbad.

Ahlen

Groß, hell, familientauglich: das neue Ransbergbad.

Dülken. Schon um elf Uhr stehen die ersten vor der Tür - denn um zwölf soll es nach 14 Monaten Bauzeit endlich losgehen: Das Ransbergbad öffnet wieder seine Pforten.

Michelle (12) und ihre Freundin Devon sind die ersten, die das Drehkreuz passieren dürfen. Devon ist Austauschschülerin aus Schottland. Als Michelle im Sommer bei ihr war, hat sie immer davon erzählt, wie sehr sie auf den Tag der Wiedereröffnung "ihres" Schwimmbades wartet.

Da war für Devon klar: "Wenn ich nach Deutschland fahre, dann soll es genau dann sein, wenn das Bad wieder aufmacht." Die beiden probieren alles aus und sind sich dann einig: "Spitze."

Bevor die Öffentlichkeit ins Bad darf, liefern sich Vertreter der Sportvereine, des Bauherren und der Bauleiter einen Wettkampf. 25 Meter schwimmen - und einmal rutschen. Jeweils Freistil. Frank Kindervatter, Geschäftsführer der Niederrheinwerke, die das Bad betreiben, überlegt vorher reiflich: "Ich komme ja eigentlich vom Weitsprung, damit sollte ich es bis zur Beckenmitte schaffen."

Schnellster ist am Ende Werner Baulig vom Dülkener Schwimmverein, der für den Stadtsportverband startet. Aber auch Bauleiter Karsten Conrad macht eine achtbare Figur als Zweiter. Schnell werden Gerüchte laut, er habe heimlich nach Feierabend trainiert. "Na, klar, aber mit Flossen", gibt er grinsend zurück.

Für die 65 Meter lange Rutsche rechnet sich Kindervatter noch einen kleinen Vorteil aus. "Meine Badehose ist teflonbeschichtet - aber pssst..."

Auch dort wird es nichts mit dem Sieg, hier hat Herbert Bongardt vom ASV Süchteln die Nase, oder besser die Füße, vorn. 10,94 Sekunden zeigt die Uhr an. Baulig verspielt seinen Vorsprung vom Schwimmen. Wolfram Hassert von der DLRG, der sehr bedächtig geschwommen war, lächelt: "Da fehlt ihm einfach die Masse, um eine ordentliche Beschleunigung zu bekommen."

Mehr als 314 Badegäste dürfen nicht auf einmal hinein

Die gute Stimmung zieht sich durch den Tag. Vor allem Jugendliche sind gekommen, um endlich wieder zu schwimmen. "Die Rutsche ist echt eine Verbesserung", findet Marek. Er ist mit einer Truppe zwischen 19 und 25 Jahren unterwegs. "Ja, es ist super jetzt, wir kommen bestimmt öfter", bestätigt Michelle. "Das Warten hat sich gelohnt", nickt auch Denis.

Sabine Staudt dagegen guckt etwas unglücklich. Sie trägt Enkelin Lea-Michelle (1) auf dem Arm. "In den Umkleiden stehen keine Wickeltische mehr, da ist nur der Wickelraum hier unten", klagt sie. "Das wird wieder geändert", verspricht Betriebsleiter Michael Langefeld. "Die Wickeltische und die Laufställe kommen wieder in die Sammelumkleiden, aber das wäre heute alles zu eng geworden."

Um 12.45 Uhr streikt das Drehkreuz: voll. 314 Badegäste dürfen rein, mehr nicht. Es gibt eine Norm, wie viel Quadratmeter Badefläche pro Gast zur Verfügung stehen muss, danach sind die Schränke ausgerichtet. Und auch die Feuerschutzbestimmungen können nur so eingehalten werden.

Von da an geht es am Einlass zu wie im Parkhaus: Nur wenn jemand geht, können die nächsten nachrücken. "Aber wir wollen hoffen, dass sich die Geduld lohnt", sagt eine ältere Dame aus Dülken, die ein bisschen warten muss. Die, die für sie Platz machen, nicken freundlich: "Sie lohnt sich."

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