Viersen hat nachverhandelt. Im Mai will sich die Politik entscheiden, ob sie die Ergebnisse akzeptiert.

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Viersener Händler verfolgen mit Sorge das Arcaden-Projekt.

Viersener Händler verfolgen mit Sorge das Arcaden-Projekt.

Reichartz

Viersener Händler verfolgen mit Sorge das Arcaden-Projekt.

Viersen. Das Thema „Mönchengladbach Arcaden“ ist auch nach einer weiteren Verhandlungsrunde und verschiedenen politischen Gesprächen für Viersen nicht ausgestanden.

Auf dem Tisch liegt zwar inzwischen ein Vertragswerk, das die Stadt Viersen mit dem Arcaden-Investor Mfi und den Mönchengladbachern ausgehandelt hat. Ein Entschluss aber, ob die Politik die Vereinbarungen akzeptiert, steht auch nach der jüngsten Ratssitzung aus. Unterdessen lässt die Stadt Viersen weiterhin prüfen, ob eine Klage überhaupt erfolgversprechend sein könnte.

„Mfi sieht keine Bewegungsspielräume mehr“, erklärte Bürgermeister Günter Thönnessen, der sich am vergangenen Freitag erneut mit dem Investor getroffen hatte. Dennoch habe man Verbesserungen erreichen können.

So habe sich Mfi verpflichtet, die Verkaufsfläche von 26 000 Quadratmetern nicht wie bislang auf fünf, sondern auf sieben Jahre festzuschreiben. Das werde durch einen Eintrag im Grundbuch abgesichert. Darüber hinaus wurde die Verkaufsfläche für Bücher und Zeitschriften reduziert. Zur Kontrolle dürfe Viersen sämtliche Unterlagen und Pläne einsehen.

Regiobahn, Gewerbegebiet und Helenabrunn-Entlastung

Darüber hinaus berichtete der Bürgermeister von politischen Gesprächen mit den Nachbarn über Themen, die beide Städte betreffen. Diese Treffen hatte die Politik im Rahmen der Arcaden-Diskussion gefordert.

So werden laut Thönnessen Modelle geprüft, wie der Verkehr zum Krankenhaus Maria Hilf anders geregelt und damit Helenabrunn entlastet werden kann. Außerdem habe man über die Regiobahn gesprochen. Und schließlich würden die Planer beider Städte über ein gemeinsames Gewerbegebiet im Bereich Mackenstein/Hardt nachdenken.

Die Kombination von Arcaden-Verhandlungen auf der einen Seite und Gesprächen über gesamtstädtische Themen auf der anderen Seite, befürwortet vor allem die CDU. „Ich denke, dieses Paket ist ein Ergebnis, mit dem wir zufrieden sein können“, sagte Paul Mackes (CDU).

Alfons Görgemanns (SPD) sieht die politischen Gedankenspiele skeptischer: „Wenn man über eine Klage spricht, muss man über den Gegenstand der Klage sprechen und nicht über Dinge, die man sonst so im Kopf hat. Das Thema ist durch.“ Auch für Werner Dingel (FDP). „Wir haben den Zeitpunkt einer Klage verpasst.“

Nicht abfinden kann sich FürVie mit den Verhandlungsergebnissen. „Wir glauben, dass die Schmerzgrenze mit Mfi nicht erreicht ist. Man müsste intensiver verhandeln“, erklärte Hans-Willi Pertenbreiter. Der Viersener Gutachter habe schließlich ganz andere Aussagen gemacht als Mfi.

Genau diese Schmerzgrenze ist in Mönchengladbach in den Augen Thönnessens erreicht. Er möchte sich lieber auf die eigene Stadt besinnen und appellierte, den eigenen Einzelhandel voranzutreiben. Die Frage müsse lauten: „Was können wir mit unserer Besonderheit dagegen setzen, so dass die Gladbacher Kunden sagen: In Viersen kaufe ich lieber ein.“

Die Diskussion soll im Haupt- und Finanzausschuss am 14. Mai fortgesetzt werden.

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