Am 18. August ereignete sich die Bluttat im Ortsteil Amern.
Am 18. August ereignete sich die Bluttat im Ortsteil Amern.

Am 18. August ereignete sich die Bluttat im Ortsteil Amern.

Heike Ahlen

Am 18. August ereignete sich die Bluttat im Ortsteil Amern.

Schwalmtal/Mönchengladbach. Von Dienstag, 2. Februar, an muss sich der 71-jährige Hans P. vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten. Er hatte am 18. August zwei Rechtsanwälte und einen Gutachter des Kreises Viersen erschossen, einen weiteren Gutachter schwer verletzt. Hintergrund der Bluttat war eine seit Jahren schwelende Familienstreitigkeit.

Seine Tochter und ihr Ex-Mann hatten sich schon während ihrer Ehe häufig gestritten, dann konnten sie sich nicht einigen, was mit dem noch gemeinsamen Haus geschehen sollte. Deshalb stand ein Termin zur Bewertung für die Zwangsversteigerung an.

Bei diesem Termin zückte P. eine Waffe aus Familienbesitz und feuerte auf die Anwälte und Gutachter. Er habe ein Zeichen setzen wollen, weil diese Leute dazu beitrügen, dass der Streit verschleppt werde und seine Tochter nicht zu ihrem Recht komme, sagte er später in einer Vernehmung.

Der Streit in der Familie war schon einmal, dreieinhalb Jahre zuvor, eskaliert. Damals hatte es Verletzte gegeben: P. soll eine Tante des Ex-Ehemanns seiner Tochter mit einem Baseballschläger verletzt haben.

Er bestreitet das bis heute, beschuldigt vielmehr den Bruder der Lebensgefährtin dieses Ex-Mannes. Er habe die Tante nur zufällig getroffen und hinterher ihn, P., übel zugerichtet.

Gemeinde und Polizei wollen den Opfern helfen

Das Verfahren, das P. in dieser Sache angestrengt hatte, wurde eingestellt. In dem Verfahren gegen ihn galt er nach einem Gutachten als prozessunfähig, weil er laut eines Gutachtens traumatisiert war. Seine Tochter sieht diese Verfahren als wichtigen Hintergrund für die Tat ihres Vaters. "Danach war er nie mehr der selbe", sagt sie.

Verhandelt wird jetzt vor dem Landgericht die Bluttat vom August. Zunächst sind elf Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil soll nicht vor März fallen.

Die Gemeinde Schwalmtal steht immer noch tief unter dem Eindruck der Ereignisse. "Wir möchten ein Zeichen setzen, den Opfern helfen", sagt Bürgermeister Reinhold Schulz. Denn die Opfer seien nicht nur die Toten, sondern auch die beiden minderjährigen Kinder von zwei Opfern.

Die 13-jährige Anne, die aus Born kommt und heute in Tönisvorst lebt, hat mit ihrem Vater das letzte Elternteil verloren, ihre Mutter war gut ein Jahr zuvor nach langer Krankheit gestorben. Die kleine Nadine aus Nettetal, Tochter eines der Anwälte, ist noch nicht einmal zwei Jahre alt.

Am 5. März spielt nun die Big-Band der Polizei NRW in der Schwalmtaler Achim-Besgen-Halle zugunsten dieser Kinder. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet zehn Euro, Karten gibt es beim Bürgerservice der Gemeinde Schwalmtal.

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