Eltern von Kindern, die zur Schule gehen, soll der Weg auf den Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Franz-Josef Schmitz, Leiter des Jobcenters.
Franz-Josef Schmitz, Leiter des Jobcenters.

Franz-Josef Schmitz, Leiter des Jobcenters.

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Franz-Josef Schmitz, Leiter des Jobcenters.

Viersen. Unter dem Titel „Einstellungssache – Jobs für Eltern“ findet am kommenden Mittwoch, 3. September, ein bundesweiter Aktionstag der Jobcenter statt. Und „wir nehmen sehr gerne daran teil“, sagt Franz-Josef Schmitz, Leiter des Jobcenters im Kreis Viersen.

Der Aktionstag richtet sich unter anderem auch an Alleinerziehende. Die machen rund 20 Prozent der Menschen aus, die das Jobcenter betreut. Das seien 2115 Personen, davon 1956 Frauen, so Schmitz weiter.

Der Termin ist darum gewählt worden, weil unter anderem für 393 Kinder aus dem Kreis Viersen, deren Eltern Grundsicherung (Hartz IV) beziehen, jetzt ein neuer Lebensabschnitt begonnen: Sie wurden eingeschult. „Das bietet Eltern Freiraum, den sie für einen Neustart und die Rückkehr ins Berufsleben nutzen können“, sagt Schmitz. Und Fachkräftemangel würde ihnen neue Chancen bieten.

Bei der Vermittlung sei die Netzwerkarbeit wichtig, sagt Schmitz und verweist auf die gute Zusammenarbeit mit kleineren Handwerksbetrieben. Und mittlerweile gebe es „elterngerechte Arbeitszeitmodelle“ sowie gezielte Maßnahmen für Alleinerziehende. Wenn die Menschen noch nicht lange aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, steigen die Chancen nochmals. Hinzu kommt, dass die Randzeitenbetreuung im Kreis Viersen „ganz gut läuft“.

Viele haben einen qualifizierten Schulabschluss

Was die Mitarbeiter freut und die Vermittlung erleichtert, ist die Tatsache, dass 85 Prozent über einen qualifizierten Schulabschluss verfügen, auf dem man „aufbauen kann“. So sei es heute möglich, eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Und was viele Kandidaten und vielleicht auch manche Arbeitgeber nicht wissen: Es gibt „Kinderkrankengeld für sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer“.

Anja Loeff vom Jobcenter beschreibt das Erfolgserlebnis einer alleinerziehenden Mutter (26) eines fünfjährigen Kindes: „Sie wird in einem Möbelhaus am 1. September eine dreijährige Ausbildung als Verkäuferin beginnen, sie konnte im Vorfeld der Einstellung mit ihren Fähigkeiten überzeugen.“

Mit dem Aktionstag wenden sich die Jobcenter an Unternehmen und Bewerber. Schmitz: „Wir sind aufgerufen, motivierte Eltern und personalsuchende Unternehmen zusammen zu bringen.“ Dazu berät man Jobsuchende bei der Erstellung von Bewerbungsmappen. Zusätzliche Kosten entstehen den Eltern mit Grundsicherung nicht.

Außerdem werden Fallmanagerinnen im Beschäftigungs- und Leistungszentrum Nettetal eingebunden. Dort kümmern sich schon seit geraumer Zeit speziell geschulte Beratungsfachkräfte um Alleinerziehende. Dieses Modell ist jetzt auf den Standort Viersen ausgeweitet worden. Zum Aktionstag werden über den gemeinsamen Arbeitgeberservice mit 25 bis 30 Bewerbungsmappen gezielt Arbeitgeber angesprochen.

Für den Jobcenter-Leiter Schmitz ist klar, dass gerade Eltern „täglich ihr Jobqualitäten unter Beweis stellen – wie Organisationstalent und eine hohe soziale Kompetenz“. Und auch für Betriebe ist angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs der Aktionstag eine Chance.

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