Am Vatertrag brachen Ross und Reiterin durch hölzerne Bohlen ein. Mit Schläuchen zogen die Rettungskräfte der Feuerwehr das verletzte Tier aus der mehr als einen Meter tiefen Grube.

Mit Feuerwehrschläuchen ziehen die Retter das Tier aus der Baugrube.
Mit Feuerwehrschläuchen ziehen die Retter das Tier aus der Baugrube.

Mit Feuerwehrschläuchen ziehen die Retter das Tier aus der Baugrube.

Jungmann

Mit Feuerwehrschläuchen ziehen die Retter das Tier aus der Baugrube.

Tönisvorst. Markus Hergett ist schon seit vielen Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Tönisvorst. Aber an einen solchen Einsatz für die Kameraden kann er sich wirklich nicht erinnern: „Ein mehr als 700 Kilo schweres Tier aus einer Baugrube zu retten: Trotz unserer mehr als 200 Einsätze im Jahr kommt so etwas nicht alle Tage vor“, sagt der Pressesprecher der Wehr.

Die Alarmierung erfolgte am Vatertag um kurz nach halb vier Uhr. „Pferd steckt in Braugrube fest“, lautete die Meldung der Kreisleitstelle in Viersen. Eine 25-jährige Reiterin aus Krefeld war mit ihrem Pferd im Bereich „Kehner Heide“ auf einem Rad- und Gehweg über eine mit Holzbohlen abgesicherte Baugrube geritten. Die Bretter hielten dem Gewicht jedoch nicht stand, Ross und Reiterin brachen ein. Dabei wurde das Pferd unglücklicherweise durch die Holzbohlen eingeklemmt.

Zwölf Retter ziehen das Tier mit Schläuchen aus der Grube

16 Feuerwehrleute und zwei Polizeibeamte der Wache Willich trafen kurze Zeit später vor Ort ein und versuchten dem Tier zu helfen. „Wir wollten zunächst das Eintreffen eines Tierarztes abwarten, was aufgrund des Feiertages aber mehr Zeit als sonst benötigte“, berichtet Hergett. Dann sei das Pferd mit den Vorderläufen plötzlich auf der Grube gesprungen, was die Gesamtsituation des Tieres noch gefährlicher gemacht habe.

„Eine sofortige Rettung wurde notwendig“, betont Hergett. Dabei mussten die Feuerwehrleute vorsichtig sein, um von dem schweren und starken Tier nicht selbst verletzt zu werden. Schläuche wurden unter dessen Körper gelegt. Nach mehreren Versuchen gelang es zwölf Rettern schließlich, das Tier seitlich aus der Grube zu rollen.

Damit war der Einsatz aber noch nicht vorbei. Der mittlerweile aus Krefeld eingetroffene Gerd Apel, Tierarzt auf der Galopprennbahn, versorgte das an Bauch und Hinterläufen blutende Pferd mit Medikamenten und Infusionen. Die Feuerwehrleute versuchten derweil mit feuchten Decken, den Kreislauf zu stabilisieren. Christian Königs, Eigentümer des Reitstalls auf dem Gehlenhof, stellte einen Pferdeanhänger zur Verfügung, mit dem das verletzte Tier zu einer Fachklinik nach Meerbusch transportiert wurde. Zwei Retter der Feuerwehr begleiteten den Transport. „Für die übrigen Kräfte war der Einsatz gegen 18 Uhr vorbei“, so Hergett.

Dem Tier, so berichtet er weiter, gehe es schon deutlich besser. „Die Ausheilung der Verletzungen wird aber längere Zeit in Anspruch nehmen.“ Die Reiterin war beim Sturz ebenfalls leicht am Kopf verletzt worden, der Rettungsdienst kümmerte sich um sie.

Zum Unfallhergang selbst hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Geklärt werden muss, ob die Baugrube ausreichend gesichert war oder ob die Reiterin mit dem Pferd nicht darüber hätten reiten dürfen.

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