Zur Gründungsfeier wünschte Christel Neudeck, Witwe des Namensgebers, der neuen Gesamtschule zupackendes Agieren.

Zur Gründungsfeier wünschte Christel Neudeck, Witwe des Namensgebers, der neuen Gesamtschule zupackendes Agieren.
Kein Schulfest ohne Schüler: Im musikalischen Rahmenprogramm der Gründungsfeier trat die Flötengruppe auf. Jeder Ton saß.

Kein Schulfest ohne Schüler: Im musikalischen Rahmenprogramm der Gründungsfeier trat die Flötengruppe auf. Jeder Ton saß.

Kurt Lübke

Kein Schulfest ohne Schüler: Im musikalischen Rahmenprogramm der Gründungsfeier trat die Flötengruppe auf. Jeder Ton saß.

St. Tönis. Mit Mut und Optimismus, nicht zaudernd, sondern vorangehend, dabei stets überlegt und in Respekt füreinander - das fasst zusammen, was alle Festredner gestern der „Rupert-Neudeck-Gesamtschule“ in Tönisvorst, ihrem Kollegium und den Schülern zum offiziellen Start mit auf den Weg gaben.

Der Geist Rupert Neudecks, seine Haltung im Leben und zum Leben, seine Unerschrockenheit und gelebte Nächstenliebe, sie war greifbar im Forum Corneliusfeld – in vielen Worten, in Musik und Tänzen. Diese Gründungsfeier, sie hätte ihrem Namensgeber wohl gefallen. Der ehemalige Journalist und Gründer von Cap Anamur erfährt damit eineinhalb Jahre nach seinem Tod eine besondere Ehrung.

Christa Neudeck: „Ich habe hier ganz tolle Menschen erlebt.“

„Er konnte doch nie nein sagen, wenn Anfragen von Schülern oder Studenten an ihn gerichtet wurden“, erzählte Christel Neudeck, seine Witwe, die gemeinsam mit den drei Kindern das Vermächtnis ihres Mannes pflegt. Und für die der Kontakt zu dieser Schule kein Austausch von Formalitäten und Höflichkeiten bleibt.

„Ich habe hier ganz tolle, engagierte Menschen erlebt“, sagt sie und schreibt der Schulgemeinde ins Gästebuch: „Ich denke, ihr habt euch ein gutes Vorbild ausgesucht.“ Mutig sein wie ihr Mann, das könne man lernen. Schon wenn man sich in Situationen auf dem Schulhof einmische. An die Schüler gerichtet, sagte sie: „Ihr fühlt euch besser, wenn ihr euch einmischt.“

Mit Schulleiter Andreas Kaiser schloss sich die Liste der Festredner (siehe Kasten). Er richtete sich nach emotionalen Worten des Dankes an alle, die an dieser Schule mitwirken und die Bildungserfolge für alle Schüler möglich machen wollen, auch an die Vertreter der Politik.

Kaiser forderte sie – fast möchte man formulieren – mit dem Mute der Verzweiflung auf, endlich der Bildung als der wichtigsten Ressource des Landes die finanzielle Hilfe zu geben, die benötigt werde. „Wir brauchen mehr Stellen, mehr Lehrer und eine erheblich bessere Ausstattung. Machen Sie endlich Ernst mit Ihren Investitionen!“

Rahmenprogramm mit Musik, Tanz und Flötenspiel

Wie viel Potenzial in Schülern und Lehrern steckt und wie charmant und unterhaltsam Schule jenseits von Unterrichtsvermittlung in Zahlen und Buchstaben sein kann, zeigte das Rahmenprogramm, das Tom Bissels, didaktischer Leiter der Gesamtschule, zwischen den Gastreden anmoderierte. Musik und Tanz, das war ausdrucksstark – selbst ohne Worte.

Die Grundmelodie der Gründungsfeier, die nun nach im Vorfeld teilweise hitzig geführten politischen Diskussionen angestimmt wurde, beschwor ein neues Miteinander und Chancen, Engagement und Unerschrockenheit.

Vorlage dazu lieferte auch ein Song der Beatles, den Bissels, ein Kollege und Ralf Küntges, Vater einer Fünftklässlerin, gemeinsam spielten: „With a little help from my friends“. Auch das war Starthilfe für Tönisvorsts neue Gesamtschule, das Angebot neben dem Michael-Ende-Gymnasium. Ihrer Feierstunde schloss sich ein Sport- und Spielefest an.

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