Ein närrisches Richtfest feierten die Prinzengarde und das Tönisvorster Karnevalskomitee in ihrer Wagenbauhalle.

Beim Richtfest der Karnevalswagen wird auch der neu gestaltete Prinzenwagen von (v.l.) Sabine Krocker, Dieter Hackstein, Gabi Koudsi, Melanie und Thorsten Engler präsentiert.
Beim Richtfest der Karnevalswagen wird auch der neu gestaltete Prinzenwagen von (v.l.) Sabine Krocker, Dieter Hackstein, Gabi Koudsi, Melanie und Thorsten Engler präsentiert.

Beim Richtfest der Karnevalswagen wird auch der neu gestaltete Prinzenwagen von (v.l.) Sabine Krocker, Dieter Hackstein, Gabi Koudsi, Melanie und Thorsten Engler präsentiert.

Achim Hüsgen

Beim Richtfest der Karnevalswagen wird auch der neu gestaltete Prinzenwagen von (v.l.) Sabine Krocker, Dieter Hackstein, Gabi Koudsi, Melanie und Thorsten Engler präsentiert.

St. Tönis. „Das sind die späteren Farbtöpfe, in denen beim Zug die Minister stehen werden. Es wird wirklich so aussehen, als stünden sie in Farbeimern“, erklärt Maler- und Lackierermeister Thorsten Engler, seines Zeichens Prinz Thorsten, und deutet auf die momentan lediglich prinzenblau gestrichenen Ausbuchtungen am Prinzenwagen. Dann geht sein Blick ein Stückchen höher.

Über die gesamte Wagenlänge, angefangen vom Aufbau für die närrischen Tollitäten bis zum Ende des Anhängers, zieht sich eine Pergola mit Krone. „Schön“ ist nicht nur das Urteil seiner Prinzessin Melanie. Das finden alle Besucher, die sich zum Wagen-Richtfest in der großen Wagenbauhalle in St. Tönis eingefunden haben.

Der Gardewagen wurde komplett neu gebaut

Nicht nur der neu gestaltete und bereits blau gestrichene Prinzenwagen begeistert. Direkt daneben steht der neue Gardewagen. Hier fehlt zwar noch die Farbe und der Blick fällt auf nackte Sperrholzplatten, aber die Aufbauten als solche lösen anerkennendes Nicken aus.

Statt der altbekannten Trommel thront ein Kommandeurstand mit Laufsteg für die Mariechen über dem Anhänger. Keine geraden Wände verkleiden den Anhänger, sondern sie sind nach oben gewölbt. „Wir gehen gradlinig durchs Leben, alles andere muss rund sein“, scherzt Kommandeur Uwe Detges und zeigt auf den Handlauf, der den Wagen umgibt. „Feinstes Douglasienholz“, sagt er.

Und der Prinz müsse mit einem Handlauf aus Dachlatten leben, wenngleich die immerhin silbern gestrichen seien, unkt Engler. Das kann Karl-Heinz Lessenich, der für den Bau des Prinzenwagens verantwortlich ist, nicht auf sich sitzen lassen. „Am Gardewagen muss alles stabil sein, da stehen nämlich Rabauken drauf“, kontert er mit einem Augenzwinkern.

Seit dem vergangenen Sommer arbeiten zwei Teams an den Wagen

Seit 1952 existiert die Prinzengarde St. Tönis. Sie wurde in der laufenden Session aus den Mitgliedern des Kirchenchores St. Cornelius St. Tönis auf Initiative des damaligen Protektors Robert Rixen ins Leben gerufen. Aus einer Bierlaune heraus wollten die Kirchenchor-Mitglieder einen Elferrat gründen. Dazu kam es zwar letztlich nicht, es wurde dafür die Prinzengarde des Karnevalszugvereins (KZV) 1905.

 

Heutiger Vorsitzender der Prinzengarde ist Helmut Pieper, sein Stellvertreter ist Dieter Hackstein. Im Mai 2010 übernahm Uwe Detges das Amt des Kommandanten von Rolf Köster, der es aus Krankheitsgründen abgegeben hat.

 

Am Sonntag, 15. Januar, ab 11.11 Uhr gibt die Garde einen Jubiläumsempfang im Forum Corneliusfeld. Der Eintritt ist frei. Am Samstag, 11. Februar, wird eine Kostümparty im Marienheim in St. Tönis gefeiert. Eintrittskarten zum Preis von fünf Euro können ab sofort bei jedem aktiven Vereinsmitglied der Prinzengarde und der Treuen Husaren bestellt werden. Weitere Informationen zur Garde und der Session gibt es im Internet unter:

 

So viel Freude wie beim Richtfest der beiden neuen Wagen haben die Wagenbauer auch bei der Arbeit. „Die Stimmung ist immer gut, wenngleich es wirklich viel Arbeit ist“, sagt Dieter Hackstein, Vorstand vom TKK und der Prinzengarde St. Tönis.

Seit Sommer vergangenen Jahres bauen zwei Teams sowohl an der Umgestaltung des Prinzenwagens wie auch der kompletten Neugestaltung des Prinzengardewagens. Letzterer war in die Jahre gekommen und musste daher neu konzipiert werden. Immerhin hatte er mehr als zwölf Jahre auf dem Buckel. „Wir können quasi von einer Grundsanierung sprechen. Damit ist der Gardewagen aber für die nächsten sechs Jahre wieder gut aufgestellt“, bemerkt Hackstein.

Mit beiden Wagen liegt man gut in der Zeit, so dass rechtzeitig zum Zug alles fertig sein wird. „Wir sind bis jetzt noch jedes Jahr spätestens zum Nelkensamstag fertig geworden, wenngleich die Uniformen schon mal mit frischer Farbe in Kontakt gekommen sind“, verrät Detges.

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