Wie drei junge Frauen in der Metropole an der Themse alleine gelassen wurden. Das Verkehrs- Unternehmen will eine Lösung suchen.

Mit Flixbus waren Anja Kurz und ihre zwei Freundinnen nach London gereist.
Mit Flixbus waren Anja Kurz und ihre zwei Freundinnen nach London gereist.

Mit Flixbus waren Anja Kurz und ihre zwei Freundinnen nach London gereist.

dpa

Mit Flixbus waren Anja Kurz und ihre zwei Freundinnen nach London gereist.

Vorst/London. An sich sollte es eine ganz entspannte Angelegenheit werden. Drei junge Frauen hatten sich zum Städtetrip verabredet, wollten sich in London ein wenig Weltstadt-Flair um die Nase wehen lassen. Bis dahin funktionierte der Plan auch halbwegs, derWeg nach Hause allerdings wurde für die drei zu einem richtigen Abenteuer, gepaart mit einer gehörigen Portion Nerven-Strapaze.

Die Geschichte spielt vom 18. bis 22. Juli, wirkt aber bis heute heftig nach. 19 Euro, dieser Preis der Firma Flixbus für eine Tour von Düsseldorf in die englische Metropole, hatte es den Frauen, darunter Anja Kurz aus Vorst, angetan. Kurzerhand hatten sie ihn gebucht. Und obwohl’s auf der Hintour immer wieder klemmte, es gab einen Unfall mit dem Bus, ein Mitfahrer wurde verhaftet, was dazu führte, dass die Passagiere den Zug am Tunnel verpassten, kam die Gesellschaft dann doch in London an. „Mit zwei Stunden Verspätung waren an der Victoria Coach Station“, erzählt die 22-Jährige, die Auszubildende im Buchhandel ist.

Der Trip selbst verlief so, wie ihn die Frauen sich vorgestellt hatten. Bis zum Morgen des 21. Juli. An diesem Tag war für 20.30 Uhr die Rückfahrt geplant. Morgens um 9.45 Uhr kam allerdings eine E-Mail, dass unser Bus leiderausfallen würde“, erinnert sich Anja Kurz. Zur Info gab’s eine Telefonnummer vom Flixbus-Kundenserve. „Die Dame an der Hotline konnte uns nicht sagen, weshalb der Bus ausfiel“, Anja Kurz. Sie bot aber einen Ersatz an: um 21.45 Uhr von Düsseldorf nach London. Die junge Frau merkte an, dass sie aber in die Gegenrichtung wolle. Reaktion: „Dann kann ich Ihnen nicht helfen“, habe die Frau gesagt und aufgelegt.

Womit sie eines erreichte: Die Frauen wollten nicht noch einmal anrufen. Sie beschlossen, eine weitere Nacht zu bleiben. „Wir setzten uns am Strand in ein Lokal und buchten von dort aus unseren Flug und ein Hotel für die Nacht.“ Das mit dem Hotel funktionierte, und obwohl die drei bereits per Handy-App eingecheckt waren, zickte die Airline (Ryanair). Es sei ein falsches Datum gebucht, eine Umbuchung sei nicht möglich.

Am Ende blieb nur die teure Heimreise mit dem Zug

Das Ende der Geschichte: Die Nerven lagen blank, die Frauen setzten sich den Zug und fuhren mit dem Eurostar nach Brüssel, von dort aus über Köln nach Düsseldorf. Anstatt die Heimfahrt durch das Busticket (wie erwähnt: 19 Euro) abgedeckt zu haben, mussten die Mädels pro Person nun rund 200 Euro berappen – zusätzlich: „für drei Azubis nicht unbedingt einfach zu bewältigen“.

Wieder zu Hause versuchten die Betroffenen, Kontakt mit Flixbus aufzunehmen. „Es wurde wieder aufgelegt“, erzählt Anja Kurz. Allerdings hatte es den Tipp gegeben, es mit einer E-Mail zu versuchen. Dabei sollten sie sich aber nicht zuviel Zeit lassen. Die wiederum nahm sich Flixbus mit der Antwort. Nach drei Wochen sei sie immer immer noch nicht eingetroffen.

Gegenüber der WZ ging’s schneller. Zwar bestätigte die Pressestelle des Bus-Unternehmens den Vorfall nicht, allerdings gab’s auch kein Dementi. „Meine Kollegen aus dem Service haben sich den besagten Fall nochmals angesehen und werden nun auch nochmals persönlich die Damen kontaktieren“, erklärt Pressesprecher Gregor Hintz. „Wir werden in diesem Fall eine gute Lösung finden und in jedem Fall auch die Bahn-Belege der Reisenden anfragen.“ Die WZ wird’s weiter beobachten.

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