50 Jahre alt wird die Einrichtung, deren Angebote mehr als 2000 Menschen nutzen. 200 Gäste kamen zur Feierstunde.

50 Jahre alt wird die Einrichtung, deren Angebote mehr als 2000 Menschen nutzen. 200 Gäste kamen zur Feierstunde.
Auftaktveranstaltung zum HPZ-Jubiläum: Geschäftsführer Michael Weber (l.) und sein Team präsentieren die vielteilige Geburtstagstorte.

Auftaktveranstaltung zum HPZ-Jubiläum: Geschäftsführer Michael Weber (l.) und sein Team präsentieren die vielteilige Geburtstagstorte.

abi

Auftaktveranstaltung zum HPZ-Jubiläum: Geschäftsführer Michael Weber (l.) und sein Team präsentieren die vielteilige Geburtstagstorte.

Krefeld/Tönisvorst. Einige Mitarbeiter der Heilpädagogischen Zentren (HPZ), darunter Isabell Schnark und Sebastian Kraus, wollten endlich auf die Bühne. Hatten sie doch in den vergangenen Wochen Tänze in ihren Rollstühlen und Lieder mit dem von Lonny Kox geleiteten Chor eingeübt. Kurze Zeit später war es soweit: Die Rolli-Fahrer hoben bei ihren Bewegungen zur Musik bunte Schilder, auf denen die Zahl „50“ stand, in die Höhe. Und es wurde das HPZ-Lied „Wir machen die Türen auf“ gesungen. Aus einem besonderen Grund: In Krefeld feierte die HPZ Krefeld-Kreis Viersen gGmbH ihren 50. Geburtstag.

Etwa 200 geladene Gäste, Partner, langjährige Weggefährten, Mitarbeiter und Gehandicapte waren zur Feierstunde gekommen. Krefelds Stadtdirektorin Beate Zielke und der Landrat des Kreises Viersen, Andreas Coenen, hoben die wichtige Arbeit der Gesellschaft heraus. Coenen: „Über so einen Partner können wir nur sehr dankbar sein.“

Mehr als zwei Stunden dauerte der offizielle Teil. Langeweile oder endloses Reden: Fehlanzeige. Dies lag am abwechslungsreichen Programm und an der flotten Moderation von WDR-Redakteurin Steffi Neu.

Im Publikum saß die Grefratherin Adele Trienekens (52) , die schon seit über 30 Jahren in der HPZ-Werkstatt in Vinkrath arbeitet. Sie ist dort die Vorsitzende des Werkstattrates, sah sich vergnügt einen Film an, in dem sie selbst heutigen Pensionären und früheren Mitarbeitern, so Schreinermeister Herbert Lahnen oder dem damaligen Fahrdienstleiter, Theo Berger, die Einrichtung erläuterte.

„Über so einen Partner können wir nur sehr dankbar sein.“

Andreas Coenen, Landrat

Mitarbeiter und Räte andere Werkstätten, so Adolf Finke und Klaus Böhmer, sahen und hörten aufmerksam zu. Böhmer arbeitet in Kempen in der Hauswirtschaft, andere helfen beim Druck von Broschüren, sortieren, zimmern Kästen als Wertsachen-Boxen für Schwimmbäder, bügeln Krankenhaus-Wäsche oder schneiden Kopfweiden. Jeder so, wie er kann. „Uns helfen beispielsweise viele beim Schnitt des Straßenbegleitgrüns“, sagte der Chef der Hamelmann-Unternehmensgruppe, Jürgen Hamelmann (Kempen).

Die Verantwortlichen hatten das Ganze in drei Abschnitte unterteilt und Steffi Neu holte sich nach jedem der drei Filme, bei dem es um „Gestern“, „Heute“ und „Morgen“ ging, Talkgäste auf die Bühne.

Im ersten der drei Filme erinnert als „Pionierin“ die damalige Hausmeisterin einer Vinkrather Schule, Cäcilia Soschniok, an die Anfänge im ehemaligen Fahrradkeller: „Wir hatten damals überhaupt keine Arbeit, haben erst einmal gemeinsam Sport betrieben.“

Eine Mutter, Conchy Vega, sprach von ihrem großen Glück, dass ihre fünfjährige Tochter Mia, die mit dem Down-Syndrom und einem Herzfehler zur Welt kam, einen Platz in der integrativen Tagesgruppe in der HPZ-Zentrale in Hochbend gefunden hat. Der etwa 30-jährige Jonny berichtete, wie er eine alte Bauernkate im Freilichtmuseum Dorenburg mit neu hoch gemauert habe. Jonny über seine Krankheit: „Ich habe ADHS und eine Mathe-Schwäche, raste immer noch schnell aus und möchte das endlich in den Griff bekommen.“

HPZ-Geschäftsführer Michael Weber wünschte sich, dass bei allen Ideen, die Werkstätten zu öffnen und den Mitarbeitern mehr Beschäftigungsmöglichkeiten zu geben, der schützende Charakter der Einrichtungen nicht verlorengehen dürfe. Weber: „Wir müssen genau hinschauen, wo wir uns öffnen und wie wir weiterhin die Menschen bei uns schützen und bewahren können.“

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