Der ehemalige Badleiter des H2Oh und ein früherer Geschäftsführer stehen seit Freitag wegen Betrugs vor Gericht.

Im Tönisvorster Schwimmbad soll es in 117 Fällen Schwarzarbeit gegeben haben.
Im Tönisvorster Schwimmbad soll es in 117 Fällen Schwarzarbeit gegeben haben.

Im Tönisvorster Schwimmbad soll es in 117 Fällen Schwarzarbeit gegeben haben.

Archiv

Im Tönisvorster Schwimmbad soll es in 117 Fällen Schwarzarbeit gegeben haben.

Tönisvorst. In 117 Fällen sollen sie als Arbeitgeber die Beiträge diverser Arbeitnehmer zur Sozialversicherung nicht gezahlt haben. Die Rede ist von einem 41-Jährigen aus Kaldenkirchen sowie einem 54-Jährigen aus Schwerte. Beide müssen sich seit Freitag Vormittag vor dem Krefelder Amtsgericht verantworten.

Es geht um einen langen Tatzeitraum – von September 2003 bis September 2008. Der 41-jährige Angeklagte Rainer S. war damals Betriebsleiter des Tönisvorster Schwimmbades H2Oh. Der 54-jährige Wolfgang D. war Vertreter der Geschäftsleitung einer Firma aus Süddeutschland, die in ganz Deutschland Schwimmbäder betreibt – so bis 2009 auch in St. Tönis.

Rainer S. stellte das Personal ein. Laut Anklageschrift machte er im oben erwähnten Tatzeitraum zu geringe Arbeitszeiten und Lohnsummen geltend. Und: Einige seiner Arbeitnehmer gab er erst gar nicht an. Die Personalabteilung der Firma, die das Schwimmbad betrieb, reichte diese falschen Informationen an die Sozialversicherungsträger weiter. Eine Razzia der Zollfahndung, wie für Schwarzarbeit zuständig ist, machte dem vor zweieinhalb Jahren ein Ende.

Krankenkassen soll Schaden von 87 300 Euro entstanden sein

Wolfgang D. soll gewusst haben, dass die Angaben falsch waren, aber nichts unternommen haben. Drei Krankenkassen entstand so ein Schaden in Höhe von über 87 300 Euro. Der jüngere der beiden Angeklagten legte ein volles Geständnis ab. Es sei alles so „gelaufen“, wie der Staatsanwalt es verlesen habe.

„Für das Schwimmbad waren eine Reihe von Mitarbeitern auf 400-Euro-Basis tätig“, erläuterte der 41-jährige Kaldenkirchener. Es seien viele Überstunden zustande gekommen. Je nach Angestelltem habe es dafür unter der Hand unterschiedliche „Zuwendungen“ gegeben. „Das reichte von Gutscheinen bis zum gesponserten Balearen-Urlaub“, ergänzte der Angeklagte.

Auch seien in den Karteien Mitarbeiter geführt worden, die gar nicht für den Freizeitbetrieb tätig waren. Der Grund: Die Überstunden „verteilte“ man auf diese fiktiven Angestellten.

Der 54-jährige Beschuldigte erklärte, dass er als Projektleiter für die betreibende Firma die Betreuung des Schwimmbades übernommen habe. „Ich war allerdings nur alle acht Wochen für wenige Stunden vor Ort“, fuhr er fort. Denn: Seine Firma – und somit auch er – sei für eine Vielzahl von Betrieben dieser Art zuständig. Und ja, er habe von Überstunden gewusst, nicht aber davon, dass diese „unter der Hand“ bezahlt bzw. dass die Mitarbeiter auf andere Weise dafür entschädigt worden seien. sr

» Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer