Wenn es kalt wird in der Apfelstadt, schalten die Obstbauern Beregnungsanlagen ein, um die Blüten vor Schäden zu bewahren.

Wenn es kalt wird in der Apfelstadt, schalten die Obstbauern Beregnungsanlagen ein, um die Blüten vor Schäden zu bewahren.
Eiszapfen hängen in den Apfelplantagen an den Bäumen. Archiv

Eiszapfen hängen in den Apfelplantagen an den Bäumen. Archiv

Ein Eispanzer schützt die empfindlichen Blüten.

Reimann, Bild 1 von 2

Eiszapfen hängen in den Apfelplantagen an den Bäumen. Archiv

Tönisvorst. Insbesondere der Monat April ist für seine Wetterkapriolen bekannt. So ist es für die meisten Menschen auch keine Überraschung, dass es in den vergangenen Nächten wieder gefroren hat. Die Obstbauern in der Region beobachten das nicht ganz ohne Sorgen, sind aber auf den Frost vorbereitet. „Bei uns ist schon seit drei Nächten die Frostschutzberegnung im Einsatz“, berichtete gestern Markus Steves, Juniorchef auf dem St. Töniser Obsthof.

Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, hilft dabei, die empfindlichen Blüten der Apfelbäume vor Frostschäden zu bewahren. Durch die Beregnung bildet sich über der Blüte ein Eispanzer, der während des Gefrierens immer wieder die sogenannte Erstarrungswärme freisetzt. Damit wird das Innere der Blüte auf Temperaturen über null Grad gehalten.

Bei null Grad schlägt das Außenthermometer Alarm

Markus Steves muss häufig nachts aufstehen, um die Beregnungsanlage einzuschalten. Er hat in seinem Schlafzimmer eine direkte Verbindung zu einem Außenthermometer, dass bei null Grad Alarm schlägt. Vor ein paar Tagen musste er um 1 Uhr raus, um die Anlage einzuschalten, die erst am Vormittag gegen 10 Uhr wieder abgeschaltet werden konnte.

„Bei leichtem Frost bleiben die Bäume auch ohne Beregnung meist ohne Schäden“, sagt Steves. Ab zwei Grad unter null können die Bäume aber schon erheblich beeinträchtigt sein. Wird es kälter als minus sieben Grad, funktioniert diese Methode nicht mehr. Experten weisen darauf hin, dass es wichtig ist, die Beregnung so lange durchzuführen, bis es nicht mehr friert. Ansonsten werde die Wärmezufuhr unterbrochen. Eine ähnliche Frostschutzberegnung kommt bei Steves übrigens für das Steinobst zum Einsatz.

Diese Methode, Schäden zu vermeiden, kommt bei den Obstbauern in jedem Winter zum Einsatz. „In diesem Jahr einige Male mehr als im vergangenen“, sagt Steves. Da musste die Frostschutz-Beregnung nur in drei Nächten eingeschaltet werden.

Auf die späteren Preise für das Obst hat die Beregnung übrigens keinen Einfluss. Die Kosten für diesen „Anti-Frostschutz“ sind in der Kalkulation bereits enthalten.

Die Frostschutzberegnung wird bei den hiesigen Bauern seit rund 25 Jahren verwendet, nachdem es Anfang der 90er Jahre wegen Forstschäden einen Totalausfall bei der Obsternte gegeben hatte. Seitdem verfolgen die Obstbauern noch intensiver die Wettervorhersagen.

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