Dankbar ist diese Aufgabe wirklich nicht, die die Tönisvorster Schulpolitik da vor sich hat. Mal realistisch betrachtet: Die neue Sekundarschule hat ein ziemliches Problem und in Ermangelung einer Alternative wird’s dann wohl auf eine Gesamtschule hinauslaufen.

Das kann durchaus Sinn machen, die Erfolge der Gesamtschulen in Willich und Kempen sprechen für sich. In der Thomasstadt rennen die Eltern die Türen der Gesamtschule förmlich ein. Die sich im Übrigen in unmittelbarer Nachbarschaft der beiden Gymnasien befindet.

Aber es gibt natürlich auch Bedenken. Eine Gesamtschule unmittelbar neben einem erfolgreich laufenden Gymnasium. Dessen Schulleiter bereits hinter den Kulissen eifrig dabei sein soll, die drohende Konkurrenz madig zu machen und seine Schule ins beste Licht zu setzen. Und: Die Unkereien von einem Abitur erster (Gymnasium) und einem zweiter Klasse (Gesamtschule) sind bereits jetzt zu hören.

Weitere Fragen müssen gestattet sein: Weckt eine Gesamtschule nicht bei allen Schülern den Wunsch, das Abitur zu machen? Kommt dabei die Duale Ausbildung in Gestalt einer klassischen Lehre nicht unter die Räder? Und damit der Mittelstand, der dringend auf Fachkräfte angewiesen ist? Und nicht auf Abiturienten, die „was mit Medien“ machen möchten.

Eine richtig überzeugende Lösung ist nicht in Sicht. Wie gesagt: Die Schulpolitiker sind nicht zu beneiden.

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