Der Tönisvorster Stadtrat legt Widerspruch gegen den möglichen Bau der Krefelder Westtangente ein.

Der Stadtrat legt Widerspruch gegen möglichen Bau der Krefelder Westtangente ein.
In Gelb ist die mögliche Querspange (B 9n) der Westtangende von der Hückelsmay zur B 509 abgebildet. Grafik: Bundesverkehrsministerium

In Gelb ist die mögliche Querspange (B 9n) der Westtangende von der Hückelsmay zur B 509 abgebildet. Grafik: Bundesverkehrsministerium

In Gelb ist die mögliche Querspange (B 9n) der Westtangende von der Hückelsmay zur B 509 abgebildet. Grafik: Bundesverkehrsministerium

Tönisvorst. „Das ist schon ein gehöriger Klopper“, sagte Hans Joachim Kremser (SPD) im Verkehrsausschuss. Er meinte damit, dass der Bund die Planung der sogenannten „Westtangente Krefeld“ wieder aus der Versenkung geholt hat. Diese hatte schon einmal vor 15 Jahren für Gesprächsstoff gesorgt, zumal die gedachte Trasse teilweise an der Tönisvorster Stadtgrenze verläuft und dadurch Lärmbelästigungen für die Anwohner bedeuten könnten. Tags darauf war die neue Straßenverbindung auch im Rat ein Thema. Einstimmig wurde bei sechs Enthaltungen der Beschluss gefasst, vorsorglich Widerspruch gegen das Projekt einzulegen.

Geschätzte Kosten für den Ausbau betragen 24,3 Millionen Euro

Es geht um eine Straße, die die Hückelsmay kurz vor Krefeld mit der Bundesstraße 509 bei Hüls verbinden soll. Sie folgt in etwa dem Verlauf der Oberbenrader Straße. Die Länge der Straße, die für eine Entlastung der Ortsdurchfahrten in Krefeld und in St. Tönis sorgen soll, beträgt rund 6,5 Kilometer, der Ausbau soll zweispurig erfolgen. Geschätzte Kosten: 24,3 Millionen Euro.

Obgleich konkrete Details, etwa die genaue Trassenführung, erst in einem separaten Planungsfeststellungsverfahren erfolgen, steht die Verbindung jetzt im Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes. Mit der Einstufung, dass mit diesem Projekt bis zum Jahr 2030 begonnen werden soll. Zu dem Entwurf gibt es ein Bürgerbeteiligungsverfahren bei der Düsseldorfer Bezirksregierung. Stellungnahmen können bis zum 2. Mai abgegeben werden.

Die SPD spricht sich gegen den Bau der B 9n aus. Fragen des Lärmschutzes seien nicht geklärt, zudem halten die Sozialdemokraten die prognostizierte Belastung auf dem neuen Straßenzug mit maximal 19 000 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden mit einem Lkw-Anteil von etwa 15 Prozent als zu gering angesetzt.

Sowohl im Fachausschuss als auch im Rat wurde daran erinnert, dass es bereits vor Jahren zu einer Vereinbarung zwischen Krefeld und Tönisvorst gekommen sei, wonach die Belange der Lärmschutzes auf dem Gebiet von Tönisvorst oberste Priorität hätten. Helge Schwarz (SPD): „Unter anderem steht darin, dass Krefeld die Kosten der Lärmschutzmaßnahmen übernimmt, wenn die Lärmwerte über dem erlaubten Pegel liegen.“

Viele Kommunalpolitiker kennen den Wortlaut dieser alten Vereinbarung nicht. „Es wäre vorteilhaft, wenn es erst einmal zu erneuten gemeinsamen Gesprächen über diese Straße komme“, sagte Maik Giesen (CDU). „Es wird sie geben“, versicherte Bürgermeister Thomas Goßen. Der Rat beauftragte die Verwaltung, vorsorglich Widerspruch bei der Bezirksregierung einzulegen. Die genaue Begründung wird noch formuliert.

„Meines Erachtens wird diese Straße nicht kommen, wir reden hier über ein Phantom“, kommentierte gelassen CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Drüggen. Uwe Leuchtenberg (SPD) konterte sofort: „Aber auch Phantomschmerzen können sehr unangenehm sein . . .“

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