„Schule anno dazumal“ ist bis Mai zu sehen.

Für den WZ-Fotografen gibt Heinrich Josef Thelen den strengen Lehrer, der aufpasst, dass Klaus Lenzen auch schön schreibt. Beide haben die Ausstellung im Heimathaus mit initiiert.
Für den WZ-Fotografen gibt Heinrich Josef Thelen den strengen Lehrer, der aufpasst, dass Klaus Lenzen auch schön schreibt. Beide haben die Ausstellung im Heimathaus mit initiiert.

Für den WZ-Fotografen gibt Heinrich Josef Thelen den strengen Lehrer, der aufpasst, dass Klaus Lenzen auch schön schreibt. Beide haben die Ausstellung im Heimathaus mit initiiert.

Kurt Lübke

Für den WZ-Fotografen gibt Heinrich Josef Thelen den strengen Lehrer, der aufpasst, dass Klaus Lenzen auch schön schreibt. Beide haben die Ausstellung im Heimathaus mit initiiert.

St. Tönis. Früher lernten Mädchen am Kirchplatz und die Knaben an der Schulstraße: So war die „Schule anno dazumal“ in St. Tönis. Mit der gleichnamigen Ausstellung über das lokale Schulwesen wirft der Heimatbund auf 80 Quadratmetern einen Blick zurück.

Zur Schau-Eröffnung kamen viele Gäste ins Heimathaus an der Antoniusstraße 6. „Ich könnte noch mal anfangen“, sagt Wilma Labusch, die in einer der 50er-Jahre-Schulbänke Platz genommen hat. „Wir haben getobt“, erinnert sie sich an das Schönste in der Schule, die Pausen. „Völkerball und Verstecken hießen unsere Spiele“, sagt sie.

„Das waren andere Zeiten“, sagt Heinrich Josef Thelen, Vorsitzender des Heimatbundes. Der pensionierte Lehrer und Rektor der Hauptschule Kirchenfeld erinnert sich auch an die dunkeln Seiten seiner Schulzeit, an Züchtigung und das Strafbuch. „Darin wurde jede Strafe protokolliert“, sagt er. Wer seine Hausaufgaben vergaß, bekam vier Streiche, also Schläge auf den gespannten Hosenboden.

„Ich habe mir Pappe in die Lederhose gestopft. So schmerzte der Rohrstock weniger.“

Heinrich Josef Thelen, Vorsitzender des Heimatbundes

Wer auf Zack war, trickste die Lehrer aus: „Ich habe mir Pappe in die Lederhose gestopft. So schmerzte der Rohrstock weniger“, sagt Thelen.

Der 69-Jährige hat die Veränderung des Schulwesens selbst mitbekommen. War der Lehrer früher eine Respektsperson, wird er heute kumpelhaft geduzt. „Die Distanz geht verloren“, sagt Thelen.

Umso spannender ist der Ausflug ins Vergangene mit Tintenfass, Griffelbox und Schieferschreibtafel. Die Schau umfasst die Geschichte, Lehrerkollegien, die Schrift im Wandel der Zeit sowie Lehrbücher. „Wir hätten noch viel mehr ausstellen können. Einzig es fehlte der Platz“, sagt Thelen.

Ein Besuch der Ausstellung im Heimathaus ist bis zum 4. Mai möglich.

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