Rund 100 freiwillige Helfer machten diesmal bei der „Sauberen Landschaft“ mit.

Einen Anhänger voller Müll sammelte Jäger Johannes Capell.
Einen Anhänger voller Müll sammelte Jäger Johannes Capell.

Einen Anhänger voller Müll sammelte Jäger Johannes Capell.

Reimann, Friedhelm (rei)

Einen Anhänger voller Müll sammelte Jäger Johannes Capell.

Tönisvorst. „Die haben doch einen Knall“, entfuhr es dem fünfjährigen Johannes Dohr, der zusammen mit seinem zweijährigen Bruder Ludwig und seinen Eltern Claudia und Edmund in der Huverheide aufräumte. Er fand nicht gut, was so alles in die Gegend geworfen wird und nahm mit Eifer an der Aktion „Saubere Landschaft“ teil.

Rund 100 Teilnehmer wurden gezählt, darunter eine ganze Klasse der Katholischen Grundschule mit Rektor Klaus Amdohr. Zu der Aktion eingeladen hatten die Hegeringe und die CDU-Fraktion. Alle engagierten sich bei schönstem Frühlingswetter.

Der Zorn des kleinen Johannes auf die Menschen, die Abfälle achtlos in die Landschaft werfen, war verständlich. „Wir versuchen in unserer Familie den Kindern das Zusammenspiel der Umwelt beizubringen“, erzählte seine Mutter Claudia Dohr. Vater Edmund ist selbst im Hegering aktiv und zeigt seinen Söhnen, was in der Natur nichts zu suchen hat. So zum Beispiel die kleinen „Perlen“, die Johannes fand. Hier handelte es sich um Medikamente, die ganz schnell in eine Tüte gepackt und von den Kindern ferngehalten wurden.

Eine andere Mutter grübelte darüber nach, warum Müll in der Landschaft verteilt wird: „Wir haben doch Mülltonnen, Sperrmüllabfuhr und mehr.“ Ihre Kinder bringe sie früh dazu, Müll nicht achtlos wegzuwerfen.

Viele Erwachsene scheinen damit ein Problem zu haben. Denn wie sonst wäre es zu erklären, dass bei der Aktion am Samstag Autoreifen in Gräben und Wäldern ebenso gefunden wurden wie ein kompletter Herd.

Nach der Arbeit gab’s im Bauhof Gulaschsuppe

Neu ist das nicht: Jahr für Jahr machen bei der Aktion die ehrenamtlichen Landschaftsreiniger an Rad- und Feldwegen, aber auch abseits der Straßen dieselben Funde. Und jedes Jahr sieht man säckeweise das Ergebnis dessen, was achtlos aus dem Autofenster geworfen wurde.

Mit ein wenig Humor versuchte Bernhard Mertens den Fernseher zu kommentieren, den man fand. „Wenn jemand noch eine Fernbedienung hat, können wir den anmachen.“ Die ersten 20 Kubikmeter Müll waren schon eine Stunde vor Ende der Aktion zusammen.

Nach der Arbeit fanden sich die Helfer im Bauhof ein, um sich bei Gulaschsuppe, Würstchen und Kinderschokolade zu stärken. Und sich auszutauschen über alles, was man gefunden hat.

Um das Essen einerseits, aber noch mehr um die richtige Entsorgung der gesammelten Abfälle kümmerten sich im Übrigen das Deutsche Rote Kreuz, Städtereinigung Gerke und die Stadtwerke, an die die CDU ihren besonderen Dank für die Unterstützung richtete.

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