Um Geld zu sparen, sollen öffentliche Gebäude bald ihren eigenen Strom erzeugen.

Viersen. Die Stadtverwaltung will die öffentlichen Gebäude mit dem höchsten Stromverbrauch von Stromfressern zu Stromproduzenten aufrüsten. „Damit wollen wir im Rahmen der Haushaltssicherung nicht nur Ausgaben senken und den Haushalt langfristig entlasten, sondern auch einen Beitrag zum aktiven Klimaschutz leisten“, sagt Ingenieur Björn Nemak vom Fachbereich Zentrales Gebäudemanagement.

Deshalb hat die Verwaltung ein zweistufiges Eigenstromkonzept aufgelegt. Zum ersten Schritt gehören jetzt drei Blockheizkraftwerke und sechs Photovoltaikanlagen. Im zweiten Schritt sind es noch einmal zwei Blockheizkraftwerke (Anne-Frank-Gesamtschule, Realschule Viersen) und mindestens drei Photovoltaikanlagen. Insgesamt sollen durch das Konzept 20 Prozent des Strombedarfs selbst produziert werden. Pro Jahr werden die neuen Anlagen künftig rund 900 000 Kilowattstunden Strom liefern. Dabei sollen 95 Prozent des erzeugten Stromes direkt in den Gebäuden verbraucht werden. Auf diesem Weg will die Verwaltung insgesamt 1,4 Millionen Euro sparen, allein im ersten Schritt sind es rund 821 000 Euro.

Konzept soll zu einer Ersparnis von 1,4 Millionen Euro führen

Beispiel Feuerwache Viersen: Der Stromverbrauch schlägt in zehn Jahren mit circa 1,3 Millionen Euro zu Buche. Eingespart werden durch das neue Blockheizkraftwerk in diesem Zeitraum rund 411 000 Euro, investieren muss die Verwaltung dafür 110 000 Euro – bleibt eine Netto-Ersparnis in Höhe von 300 000 Euro. Das Investitionsvolumen für das zweijährige Eigenstromkonzept liegt insgesamt bei rund 1,1 Millionen Euro, allein im ersten Schritt werden 547 000 Euro fällig. Zudem nutzt die Stadt Viersen für ihr Programm Geld aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (90 Prozent). Weiterer Spar-Effekt: Die städtischen Planer wollen die Ausführungsplanung für die Blockheizkraftwerke selbst übernehmen.

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