Im Palm-Beach-Café fühlten junge Leute den Bewerbern ums Bürgermeister-Amt auf den Zahn.

St. Tönis. "Das ist doch voll cool", lacht Tim (14) und blickt begeistert auf das Volleyballspielfeld des Jugendtreffs "Palm-Beach-Cafe" der evangelischen Kirche. Die drei, die dort gegen Toby (23), Sonja (17) und Karin (20) in der Sportart Indiaca antreten, hat man in dieser Konstellation noch nicht zusammen spielen sehen. Die Bürgermeisterkandidaten Uwe Leuchtenberg (SPD), Thomas Goßen (CDU) und Christian Hoechtlen (UWT/FDP) bilden eine Mannschaft und müssen gemeinsam ran.

Zu einer etwas anders Art der Vorstellung unter dem Motto "Sag mal, was tust Du für uns, wenn wir Dich wählen?" hatte der Jugendtreff die drei Kandidaten eingeladen. Und die starteten sportlich, wobei Leuchtenberg sogar in Socken spielte, denn er war in Halbschuhen gekommen. Die stellten sich für Indiaca - eine Mischung aus Volleyball und Badminton - als ungeeignet herausstellten.

Der Einsatz der drei wurde mit viel Applaus und positiven Kommentaren begleitet - auch wenn sie 15:11 verloren. "Ich habe mir nicht vorstellen können, dass die drei Kandidaten das mitmachen würden. An Politikern haftet irgendwie so ein Klischee. Ich darf zwar noch nicht wählen, aber mir war es wichtig, heute Abend hier vorbeizukommen", erzählt der 14-jährige Tim.

Anders sieht es dagegen bei Lars aus. Der 17-Jährige ist Erstwähler und er ist konkret gekommen, um etwas mehr über Leuchtenberg, Goßen und Hoechtlen zu erfahren. "Ich weiß noch nicht, wenn ich wählen soll. Mich interessiert, ob sie sich wirklich um unsere Belange kümmern und das erhoffe ich heute Abend zu erfahren", bemerkt Lars.

Entscheidungshilfe für das Kreuzchen

Entscheidungshilfen zu erhalten, wo sie das Kreuzchen in Sachen Bürgermeisterkandidat machen soll, das erhofft sich auch Neele. Die 17-Jährige ist ebenfalls Erstwählerin. "Ich habe generell noch nicht soviel über die Wahlprogramme gehört. Heute nutze ich die Gelegenheit, mir ein Bild zu machen", berichtet sie.

Ramona hat sich zwar schon anderweitig informiert und weiß eigentlich, wem sie ihre Stimme geben wird. Aber, "ich finde es spannend, die Bürgermeisterkandidaten einmal bei uns Jugendlichen direkt zu erleben", meint die 16-Jährige.

Und die präsentierten sich wirklich anders. Alle drei sind locker drauf, und in der sich anschließenden Diskussionsrunde, bei der die Infos reichlich fließen, wird viel gelacht. Nicht nur die allgemeinen Fragen, was ein Bürgermeister verdient, wo er seine Aufgaben sieht und dergleichen stehen an. Die Jugendlichen wollen Privates und Konkretes wissen. Welche Musik mögen die drei, wie sehen sie die Zukunft der Beachwiese - auf jede Frage erhalten sie ausgiebig Antwort.

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