Trotz einiger Streitigkeiten wird es auch in diesem Jahr einen Triathlon in Willich geben.

Sport
Der Triathlon in Willich findet in diesem Jahr zum 15. Mal statt. Hier sieht man die Männer 2009 beim Wechsel aufs Rad.

Der Triathlon in Willich findet in diesem Jahr zum 15. Mal statt. Hier sieht man die Männer 2009 beim Wechsel aufs Rad.

Der Triathlon in Willich findet in diesem Jahr zum 15. Mal statt. Hier sieht man die Männer 2009 beim Wechsel aufs Rad.

Willich. Die Kuh ist vom Eis: Aller Voraussicht nach wird auch in diesem Jahr, am 4. September, der dann 15. Willicher Triathlon stattfinden. Die bundesweit bekannte Großveranstaltung, an der zuletzt 850 Vielseitigkeitssportler teilnahmen, stand auf der Kippe, nachdem die Triathleten kürzlich nahezu geschlossen vom Willicher Schwimmverein zum TV Schiefbahn gewechselt waren.

In der Folge standen für sie erst einmal keine ausreichenden Trainingszeiten im Hallenbad der „Bütt“ zur Verfügung. Was das frühzeitige Aus der jungen TV-Abteilung bedeutet hätte.

Verein und Triathlon-Abteilung hatten Differenzen

Doch der Reihe nach: Seit Jahren haben sich offenbar zwischen dem Schwimmverein Willich und seiner im Januar 1996 gegründeten Triathlon-Abteilung unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten entwickelt. „Die Triathleten waren ein Verein im Verein, wollten nur ihr eigenes Ding machen“, sagen rückblickend SV-Vorständler, während die Triathleten ihrerseits von einer fehlenden Akzeptanz im Verein sprechen.

Triathletin Petra Gerhardt, die von Beginn an federführend die Großveranstaltung organisiert, sagt: „Am Anfang waren alle euphorisch, im Laufe der Zeit fühlten wir uns beim SV wie ein verkümmertes Entlein.“ Auch das Geld – sprich: die Einnahmen aus der Triathlon-Veranstaltung – spielten eine Rolle. Dazu SV-Geschäftsführer Eike Müller: „Es wäre schön gewesen, wenn davon auch unsere anderen Abteilungen, wie die Synchronschwimmerinnen oder die Jugend, etwas abbekommen hätten.“

71 Kündigungen bis Mitte des Jahres

Die Gräben waren jedenfalls so aufgerissen, dass den SV-Verantwortlichen etwa Mitte des Jahres 71 Kündigungen fast aller SV-Triathleten vorlagen. Vorab hatten sich die Ausdauersportler nach anderen Vereinen umgeschaut, entschieden sich dann für den von Klaus Bamberg geführten TV Schiefbahn. Der empfing die Trendsportler mit offenen Armen.

Zunächst mangelte es an ausreichender Trainingszeit

Für den reibungslosen Ablauf des 14. Willicher Triathlons im letzten Jahr sorgten über 150 Helfer.

Bei fehlenden oder unzureichenden Wasser- und Trainingszeiten hätte es passieren können, dass sich die Triathleten anderen Vereinen in den Nachbarstädten angeschlossen hätten. „Und da jeder aktive Triathlet aus seinem Bekannten- und Freundeskreis bislang viele Helfer mitbrachte, hätte dies das Aus für die Großveranstaltung bedeuten können“, sagt Thomas Bendt, der schon beim SV Willich der Triathlonwart gewesen war und mit zum TV Schiefbahn wechselte.

Eine neue Abteilung wurde gegründet. Doch ihr fehlte es zunächst an Trainingszeiten im Wasser. Bislang konnten die Triathleten im Hallenbad an drei Tagen jeweils eine Bahn nutzen. Eine Trainingseinheit wurde ihnen zunächst gewährt, die zwei anderen aber nicht.

Der Stadtsportverband Willich, der bei den Hallen für die Verteilung der Stunden zuständig ist, verwies auf eine alte Regelung, wonach dies die Schwimmsport treibenden Vereine in Willich selbst regeln müssen. Auch wollte der Dachverband keinen Präzedenzfall schaffen.

Stadtsportverband-Vorsitzender Achim Broch: „Die Vereine müssen sich einigen, sonst muss das auf politischer Ebene entschieden werden.“ Soweit kommt es aber wahrscheinlich nicht. Denn kürzlich gab es eine kleine Krisensitzung zwischen Verantwortlichen des SV Willich und des TV Schiefbahn.

„Dabei haben wir eine einvernehmliche Lösung erzielt“, sagt TV-Chef Klaus Bamberg. Und SV-Geschäftsführer Eike Müller ergänzt: „Die Wasserzeiten können für die Triathleten so bleiben wie bisher.“

Aufatmen auch beim alten und neuen TV-Triathlonwart Thomas Bendt, der dem Neuanfang auch positive Seiten abgewinnt: „Jetzt können wir und der SV Willich in Ruhe arbeiten und sich weiter entwickeln.“

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