Mit dem Degen ist der Kempener Robert Kreilein schon weit gekommen. Doch der 16-Jährige strebt nach Höherem.

Porträt
Robert Kreilein ist derzeit Fünfter der deutschen A-Jugend-Rangliste. Im März will er bei der Europameisterschaft angreifen.

Robert Kreilein ist derzeit Fünfter der deutschen A-Jugend-Rangliste. Im März will er bei der Europameisterschaft angreifen.

Kurt Lübke

Robert Kreilein ist derzeit Fünfter der deutschen A-Jugend-Rangliste. Im März will er bei der Europameisterschaft angreifen.

Kempen. Wenn neben der Haustür und Klingel ein Schild mit der Aufschrift „kleines Fechtzentrum Kempen“ stehen würde, wäre dies sicher nicht falsch. Der Grund: Die Kempener Familie Kreilein hat sich dem Fechtsport verschrieben. Und das schon seit Jahren. Der 16-jährige Robert Kreilein, Schüler der zehnten Klasse des Luise-von-Duisberg-Gymnasiums, setzt die Tradition fort, die seine älteren Brüder begonnen haben. Robert hat seine Degenfechter-Karriere in der kleinen Turnhalle am Thomaeum vor einem Jahrzehnt bei Gottfried Birker angefangen.

Seit 2005 übt er im Leistungszentrum in Leverkusen mit der Vorgabe, dreimal in der Woche am Training bei Bayer 04 teilzunehmen. Dies jedoch mit Erfolg, wie die Deutschen Meisterschaften der A-Junioren bewiesen haben. Denn Robert Kreilein wurde mit seinem Team Deutscher Mannschaftsmeister im Vorjahr. Im Finale wurde Heidenheim mit 45:37 besiegt. In Leverkusen trainiert Kreilein unter dem gebürtigen Ungarn Janos Pethes und gehört der Leistungsgruppe an. Seine Brüder Philipp, Richard und Conrad haben ihm den Fechtweg gewiesen, brachten es teilweise auch zu Meisterehren.

Die Reaktionsschnelligkeit ist im Fechtsport äußerst wichtig

Welchen Reiz übt die olympische Sportart Degenfechten auf einen 16-Jährigen eigentlich aus? Robert Kreilein hat die Antwort gleich parat: „Man muss sich immer wieder allein überlegen, wie man sich auf den Gegner einstellt. Fechte ich defensiv oder offensiv.“ Die Reaktionsschnelligkeit sei dabei äußerst wichtig, sagte Kreilein.

Nach dem Gewinn des deutschen Meistertitels strebt Robert Kreilein nach Höherem. Im März finden im österreichischen Klagenfurt die Europameisterschaften statt. Dorthin möchte er ebenso wie zu den Weltmeisterschaften einen Monat später in Jordanien. Die Möglichkeit hat er durchaus, die gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen. Er muss mindestens Vierter der deutschen Rangliste sein, um dieses Vorhaben zu erreichen. Aktuell ist er Fünfter der A-Jugend. Das traut er sich zu, verriet er der WZ. Er weiß aber auch, dass der Fechtsport eine technisch schwierige Sportart ist, bei der auch die Tagesform eine große Rolle spielt.

Zeit für ein anderes Hobby bleibt ihm kaum. Seinen beruflichen Wunsch hat er noch nicht konkretisiert. Freuen würde er sich, wenn noch einige Sponsoren gefunden würden, die bei ihm anklopfen. Seine bisherigen Erfolge können sich sehen lassen. Er ist Landesmeister mit der A-Jugendmannschaft. Bei den Junioren ist er im Einzel Vizelandesmeister. Ab diesem Jahr zählt er zu den Junioren, deren Altershöchstgrenze bei 19 Jahren liegt.

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