Die Weltpolitik aus der Sicht der Tönisvorster. Und die Frauen treffen sich am anderen Tisch.

Sommer-abc
Philosophieren über Gott und die Welt: Die Männer von der CDU genießen es.

Philosophieren über Gott und die Welt: Die Männer von der CDU genießen es.

Lübke, Kurt (kul)

Philosophieren über Gott und die Welt: Die Männer von der CDU genießen es.

St. Tönis. Heute ist das Sommer-ABC bei „K“ wie Klönen angekommen. Ein Vergnügen, dem die beiden Gruppen nicht nur im Sommer frönen. Sie treffen sich anlässlich des St. Töniser Marktes bei Reepens, also zum Beispiel heute. Die Männer sitzen draußen, „Die Muppet-Show der CDU“, wie Karl Joosten sich und seine Kameraden bezeichnet.

„Hier ist es wie auf der Kö in Düsseldorf, nur gemütlicher“, sagt Hans Lücker. „Ich muss mit meiner Frau keine Schuhe kaufen.“ Außerdem sind die Gesichter der Passanten bekannt. „Wir reden hier über die Weltpolitik aus Tönisvorster Sicht“, sagt Reinhard Maly.

„Klartext, was wir uns sonst schon mal klug verkneifen.“ Pflicht sei jedoch, am Ende eines jeden Satzes einen Lacher zu platzieren. Außerdem treffen sie hier ganz St. Tönis, erfahren die Neuigkeiten, die man in Vorst nicht unbedingt mitbekommt. „Sehen und gesehen werden“, laute das Motto der Herren, die sich in den Sesseln draußen bequem zurück lehnen.

Das Sommer-ABC

„Wir sind alle Privatiers“, sagt Günter Körschgen, „und haben Zeit.“ So bequem ist es für die Frauen, die drinnen Platz genommen haben, nicht. Jutta Maly und Rita Lücker sitzen zusammen mit acht anderen Frauen.

„Der Treff entstand aus unserem Lauftreff im Forstwald heraus“, sagt Gisela Ölmann, die den Klön-Kreis 1983 ins Leben gerufen hat. Eine politische Ausrichtung lehnen sie ab. „Wir reden über Kinder, Männer, Urlaubserlebnisse“, sagt Ingrid Meyendriesch, die ebenfalls von Anfang an dabei ist. „Über Hauskauf, Wohnungseinrichtung und die neuesten Rezepte.

Zum Laufen treffen sie sich auch heute noch „zwei bis dreimal“, erzählt Rita Lücker. Außerdem unternehme man auch gemeinsam Fahrradtouren und lade sich gegenseitig zu Festen ein. Bei so vielen Themen gerate der eigentliche Anlass des Besuchs in der St. Töniser Innenstadt schon mal in Vergessenheit. „Mein Mann wundert sich immer, dass ich mit leeren Taschen vom Markt komme“, sagt Meyendriesch. „Ich nehme an diesem Tag kochfrei“, sagt Rita Lücker. Meyendriesch kaufe dann manchmal noch schnell in einem Supermarkt ein, damit überhaupt noch etwas auf den Tisch käme. Die Frauen haben auch als Privatiers noch ihre Pflichten.

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