Klappertüt, Helau, Zint Huppert Kaak, Breetlook und Co. schallt es an den närrischen Tagen – neben Helau und Alaaf – über den Niederrhein. Viele Orte haben ihre eigene Traditionen entwickelt, wenn es darum geht den Karneval zu beschwören.

In St. Tönis heißt es „Klappertüt“ – angeblich, so erzählt man, hat sich diesen Begriff Otto Merkelbach zum närrischen Schlachtruf erkoren. Er geht zurück auf die St. Töniser Bezeichnung für die niederrheinische Spezialität „Panhas“. Als früher noch Hausschlachtungen an der Tagesordnung standen und die Wurstbrühe zum Panhas gekochte wurde, stand der Topfe einige Zeit auf dem Herd. „Wenn es dann kochte, klapperte der Deckel. Hin und wieder entwich auch Luft und das machte dann ein ’tüt’“, erklärt Karl-Heinz Lessenich den Begriff.

Auf die ehemals große Zahl der gefiederten Bewohner St. Huberts geht der Schlachtruf „Zint Huppert Kaak“ zurück. „Das ist das Geräusch, das die Krähen machten“, sagt Hans-Josef Güldenbog, Vorsitzender des St. Huberter Heimatvereins. Dass es von den Vögeln früher viele im Kendeldorf gab, davon zeugt zum Beispiel auch noch der Straßenname Krähenbusch. Die Karnevalsgesellschaft Hüppersche Rück, die es heute nicht mehr gibt, hatte aus dem Geräusch den Schlachtruf gemacht.

Einen ebenfalls interessanten Schlachtruf kennt man in St. Huberts Nachbarschaft - nämlich in Hüls. Dort ruft man „Breetlook“, Hülser Platt für Breitlauch oder Porree. Und das hat einen historischen Hintergrund: Im Jahr 1642 - der Dreißigjährige Krieg war im vollen Gange - wurde der Rote Dieter, ein gefürchteter Räuber, der im Kerker der Hülser Burg auf seine Hinrichtung wartete, von den Feinden der kaiserlichen Truppen befreit und wollte aus Rache das Dorf überfallen. Weil die Hülser keine Waffen hatten, wurde Breetlook auf dem marktplatz verstreut und die Räuberbande rutschte drauf aus.

„Halt Pohl“ („Halt die Stange“) heißt es in Mönchengladbach, „Maak Möt“ („Mach mit“) in Niederkürchten oder „Gloria tibi Dülken“ („Ehre dir, Dülken“) in der Viersener Karnevalshochburg. ulli

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