Haben Lothar Vauth und seine Frau Verfahren künstlich in die Länge gezogen, um Geld erst später auszahlen zu müssen? Ein Vermerk belastet den Angeklagten schwer.

Lothar Vauth und sein Verteidiger Daniel Wölky beim Prozess in Krefeld.  Archiv
Lothar Vauth und sein Verteidiger Daniel Wölky beim Prozess in Krefeld. Archiv

Lothar Vauth und sein Verteidiger Daniel Wölky beim Prozess in Krefeld. Archiv

Jochmann

Lothar Vauth und sein Verteidiger Daniel Wölky beim Prozess in Krefeld. Archiv

Tönisvorst/Krefeld. Im Prozess gegen den Krefelder Rechtsanwalt Lothar Vauth und seine Frau Jessica verlas die Vorsitzende Richterin am Freitag einen Vermerk mit Sprengkraft. Der sollte mutmaßlich von der Angeklagten Jessica Vauth stammen und für ihren Ehemann bestimmt gewesen sein. In dem Vermerk geht es um einen Fall der Kanzlei, der sich mit einer Erbstreitigkeit befasste. Vor allem ging es darum, wie man Zeit gegenüber dem Mandanten schinden könne, bis man Geld auszahlen muss.

Dazu wurden einige Lösungsmöglichkeiten präsentiert - vor allem lange Gerichtslaufzeiten. Dem mutmaßlichen Adressaten hatten die Lösungsvorschläge wohl so gut gefallen, dass er darunter mit einem Smiley vermerkte: „Du bist einfach spitze!“

Dass der Vermerk nicht ganz ungefährlich für die mutmaßliche Verfasserin und den Adressaten war, zeigt auch, dass ebenfalls am Ende steht, dass er keinesfalls in die Akte dürfe. Der Mandant, um den es ging, sagte am Freitag als Zeuge aus. Der 76-Jährige und seine Frau seien in eine Erbstreitigkeit verwickelt gewesen und hätten sich Lothar Vauth als Juristen ausgesucht, weil er den Titel Fachanwalt für Erbrecht führte.

Um den Streit mit der damaligen Gegenseite abzuschließen, hätte Vauth vorgeschlagen, an diese zuerst 25.000 Euro zu überweisen. Da die sich damit aber nicht zufrieden gegeben habe, überwies das Ehepaar aus Kempen 70000 Euro an die Kanzlei. Daraufhin hörten sie länger nichts mehr von dort.

Als sie dann von den Ermittlungen gegen Vauth in der Zeitung lasen, hätten sie sich wieder mit der Kanzlei in Verbindung gesetzt. Dabei kam heraus, dass die gegnerische Anwältin gar nichts von Angeboten in Höhe von 50000 oder gar 70000 Euro gewusst hatte. Letztlich hätte sie im Namen ihrer Mandanten sogar 80000 Euro gefordert.

Die wurden von der Kanzlei letztlich dann doch überwiesen, wobei die Zeugen noch einmal 10000 Euro nachbezahlen mussten. „Wir waren mit den Nerven fertig“, sagte die 73-Jährige Ehefrau. Daher habe man das auch noch nachbezahlt, um die Sache abzuschließen. Denn es habe bereits die Befürchtung im Raum gestanden, dass das Geld verloren sei.

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