Seit Freitag wird der Zehnjährige aus Grefrath vermisst. Die Polizei durchkämmt das gesamte Gelände an der Niers.

Grefrath. Am Freitagabend gegen 21 Uhr hatte Mirco mit Freunden an der Skater-Anlage am Oedter Schulzentrum gespielt. Von dort aus begleitete er noch einen Freund nach Hause, der im Oedter Ortskern wohnt. Da es schon dunkel war, sorgte sich Mircos Mutter und rief ihren Sohn an. "Sie sagte, er solle sofort nach Hause kommen", sagt Polizeisprecher Willy Theveßen.

Der Junge fuhr mit seinem Dirt-Bike los. Sein Nachhauseweg führte ihn am Wanderweg an der Niers in Richtung Grefrath, wo seine Familie wohnt, entlang. Dort kam er aber nicht an. Zuletzt ist Mirco in Oedt an einer Bushaltestelle gesehen worden, rund vier Kilometer von seinem Zuhause entfernt. Seitdem wird der Schüler vermisst. "Wir vermuten mittlerweile ein Gewaltverbrechen", sagt Theveßen. Der Junge sei kein Ausreißer. Die Eltern des Jungen werden psychologisch betreut.

Am Samstagabend wurde Mircos Fahrrad in einem Feld gefunden

Ein Grefrather hat Mircos Fahrrad am Samstagabend auf einem Feld an der Mülhausener Straße gefunden. "Das Fahrrad hätte er selber nie so achtlos ins Feld geworfen", sagt Theveßen. Der Finder hatte zunächst wohl nicht gewusst, dass es sich um das Rad des vermissten Jungen handelt. Er nahm es mit nach Hause und verständigte von dort erst die Beamten. Inzwischen haben sich Zeugen gemeldet, die an dieser Stelle zur fraglichen Zeit einen Pkw beobachtet haben, der rückwärts einparkte. "Möglicherweise die erste heiße Spur", sagt Theveßen

Mit wie vielen Einsatzkräften am Samstag nach Mirco gesucht wurde, wollte die Polizei nicht sagen. "Es ist bekannt, dass es mit der Demonstration in Dortmund und dem Festival in Nettetal viele Einsätze gab", sagt Ulrich van Keßel von der Kreispolizei Viersen.

Gestern wurde die Suche nach dem vermissten Jungen ausgeweitet: 300 Polizisten, Mitglieder von Freiwilliger Feuerwehr und THW grasten die gesamte Gemeinde Grefrath ab, darunter Maisfelder und das Gelände rund um das Freilichtmuseum Dorenburg. Polizisten sperrten die Niers von Oedt bis Grefrath. Kanufahrer und Paddler mussten aussteigen. "Wir haben einen Polizeihund auf einem Boot losgeschickt, der das Ufer erschnüffelt hat. Es hätte ihn verwirrt, wenn andere Leute auf dem Wasser unterwegs sind", so Theveßen.

Der vermisste Mirco Schlitter ist circa 1,50 Meter groß und hat blondes, kurzes Haar, das er sich zum Irokesen frisiert hat. Als er zum letzten Mal gesehen wurde, trug er eine graue Jogginghose und ein T-Shirt. Zuletzt war er mit seinem grasgrünen Fahrrad unterwegs. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 02162/3770 entgegen.

Ein Polizei-Hubschrauber überflog das Gebiet mit einer Wärmebildkamera. Beamte suchten mit Sonden nach Spuren. Per Lautsprecherdurchsage wurden Zeugen gesucht.

Bereits am Samstag hatte ein Polizeihund eine Spur Richtung Wachtendonk angezeigt, dann aber verloren. Gestern bestätigte sich dieser Verdacht. Die Ermittler sind sicher, dass Mircos Spur nördlich von Grefrath in Richtung Wachtendonk weitergeht. Dort verloren die Suchhunde allerdings im Bereich der Ortschaft Vorst die Fährte.

Im Bereich Wachtendonk wurde Mircos Handy zuletzt geortet

Auch per Ortung von Mircos Handy hatten die Polizisten es geschafft, eine Spur zu finden: "Das letzte Mal konnte Mircos Handy am Freitag gegen 23.18 Uhr im Bereich Wachtendonk geortet werden. Danach war es ausgeschaltet", sagt van Keßel.

Bizarr: In Oedt wird Schützenfest gefeiert. "Wir hoffen natürlich, dass der Junge gefunden wird", sagte gestern ein Oedter Schützenbruder. "Es ist ein komisches Gefühl, in dieser Situation ein Schützenfest zu feiern."

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