Bei der Suche nach Mirco setzt die Polizei auf Befragungen von Nachbarn und Passanten. Außerdem analysieren die Ermittler die Hose des Jungen auf DNA-Spuren. Hunderte Hinweise bekamen die Beamten am Wochenende, doch der Zehnjährige bleibt verschwunden.

Mönchengladbach/Grefrath. Hunderte Hinweise von Bürgern haben den Ermittlern bei der Suche nach dem vermissten Mirco in Grefrath am Wochenende neue Hoffnung gemacht. Der Zehnjährige ist seit dem 3. September verschwunden. Mit jedem weiteren Tag steigt die Wahrscheinlichkeit eines Verbrechens.

Die auf 80 Ermittler aufgestockte "Soko Mirco" konzentrierte sich auf die dunkelgraue Jogginghose des Zehnjährigen. Die bereits am Dienstag gefundene Hose sei mit einer DNA-Analyse eindeutig dem Jungen zugeordnet worden, sagte Peter Spiertz von der Mönchengladbacher Polizei am Samstag. Spezialisten des Landeskriminalamtes untersuchten das Kleidungsstück nun auf weitere DNA-Spuren, die nicht von Mirco stammen. Sie könnten den Weg zu einem möglichen Täter weisen.

Eine Passantin hatte die Hose vergangenen Samstag auf einem Grefrather Parkplatz (Nordrhein-Westfalen) neben Müllsäcken gefunden und zunächst für ihre eigenen Kinder mitgenommen. Durch Medienberichte aufmerksam geworden, hatte sie sie am Dienstag der Polizei übergeben. Die Hose ging also durch viele Hände. "Wir können im Ausschlussverfahren festlegen, von wem welche Spuren stammen. Das ist aber sehr aufwendig", sagte Polizeisprecher Spiertz.

Die Straße an der Fundstelle der Hose wurde mit Spürhunden abgesucht. Der Einsatz brachte zwar verschiedene Gegenstände zutage, die aber zunächst nicht als relevant eingestuft wurden, so ein Sprecher. Auch Polizei-Hundertschaften aus Essen, Bochum und Wuppertal halfen wieder dabei, das Gebiet zu durchkämmen. Die freiwillige Feuerwehr Grefrath räumte unwegsame Bereiche entlang der Landstraße mit schwerem Gerät.

Seit Freitagabend hatte die Sonderkommission Nachbarn und Passanten befragt. Am Fundort des Fahrrads des Jungen nahe einer Skateboardanlage im Ortsteil Oedt sprachen Beamte Passanten an, die möglicherweise auf dem Weg zur Arbeit oder beim Joggen an der Stelle regelmäßig vorbeikommen. Auch diese Aktion blieb jedoch zunächst ohne ein durchschlagendes Ergebnis.

An der Fundstelle des Fahrrads soll in nächster Zeit eine Hinweistafel aufgestellt werden, um weitere mögliche Zeugen anzusprechen. Die Hilfsbereitschaft der Menschen sei sehr groß, sagte ein Sprecher. Allein am Samstag gingen mehr als 550 Hinweise bei der Polizei ein, die von der Soko geprüft würden.

Neuerdings fahndet die Polizei auch im deutsch-holländischen Grenzgebiet mit Plakaten in niederländischer Sprache. Seit Mittwoch hatten die Medien im Nachbarland verstärkt über den Fall Mirco berichtet. Danach gingen mehrere Hinweise aus dem Grenzraum ein - jedoch bislang ohne konkrete Spur.

Der Fall Mirco ist auch zum Thema in zahlreichen Internetforen und bei Bloggern geworden. Die Polizei hat eine eigene Seite geöffnet, auf der Ermittlungsergebnisse offiziell nachzulesen sind. Dort ist das Fahndungsfoto eingestellt, auf dem Mirco die gefundene Jogginghose trägt.

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