Hunderte Menschen demonstrieren Zusammenhalt in der Laurentius-Kirche. Trotz der gedrückten Stimmung gibt es noch Hoffnung.

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Zahlreich strömten die Menschen am Donnerstagabend in die Laurentius-Kirche zum Gottesdienst.

Zahlreich strömten die Menschen am Donnerstagabend in die Laurentius-Kirche zum Gottesdienst.

Reimann

Zahlreich strömten die Menschen am Donnerstagabend in die Laurentius-Kirche zum Gottesdienst.

Grefrath. Donnerstagabend, kurz vor 19 Uhr: Noch immer strömen Menschen in die Laurentius-Kirche, deren 400 Sitzplätze schon längst besetzt sind. Der Gottesdienst für den seit einer Woche vermissten Mirco war ein klares Zeichen der Grefrather an die Familie des Zehnjährigen: Wir stehen hinter euch!

"Wir geben die Hoffnung nicht auf."

Manfred Lommetz, Bürgermeister

Bis an die Seitentüren stehen die Menschen dicht gedrängt Schulter an Schulter, demonstrieren Zusammenhalt und Mitgefühl. "Das bewegt alle", sagt eine Mutter. "Allein beim Anblick der Hundertschaften bekam ich jedes Mal eine Gänsehaut", sagt eine Vinkratherin.

Gestaltet wird der Gottesdienst vom katholischen Pfarrer Johannes Quadflieg, seinem evangelischen Kollegen Harmut Boecker, Polizeipfarrer Michael Hennen und Pastor Norbert Selent von der Christengemeinde Krefeld, der Mircos Familie angehört.

Bürgermeister Manfred Lommetz spricht aus, was viele denken: "Wir geben die Hoffnung nicht auf." Die Stimmung in der Kirche ist gedrückt, Hoffen und Bangen liegen nah beieinander. Gesenkte Blicke, stille Tränen. Auf den Stufen zum Altar brennen Teelichter.

Die Kirche ist ein geschützter Raum: An den Pforten hängen Schilder mit der Aufschrift "Fotografieren und filmen in der Kirche verboten. Der Bürgermeister". Vor dem Westportal warten sechs Kamerateams auf das Ende des Gottesdienstes. "Wir brauchen die Medien", stellt Polizeisprecherin Antje Heymanns klar. Dennoch ist der Rummel vielen unheimlich. Nahe des Seiteneingangs betet Marin Metzer aus Dülken: "Erlöse uns von dieser Situation!"

Nach Ende des Gottesdienstes wird niemand allein gelassen

Nach 45 Minuten endet der Gottesdienst, still verlassen die Menschen die Kirche. Viele umarmen sich, spenden Trost. In Grüppchen stehen sie da, niemand wird allein gelassen. Mütter halten ihre Kinder fest an der Hand. "Hoffnung ist noch da", sagt eine Frau, deren Bekannten der Kirchgang viel Kraft gegeben hat.

"Große Betroffenheit" hat auch Pfarrer Johannes Quadflieg während des Gottesdienstes gespürt, wie er am Freitag sagte: "Die Menschen waren sichtlich bewegt." Er hält es für wichtig, "Hoffnung zum Ausdruck zu bringen und nicht zu verzweifeln".

"Mircos Familie bewältigt die Situation relativ gefasst", sagt Pastor Norbert Selent. Verwandte aus Süddeutschland und England seien gekommen, so Selent weiter.

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