Soko-Chef Ingo Thiel
Ingo Thiel, Leiter der «Soko Mirco» (Archiv).

Ingo Thiel, Leiter der «Soko Mirco» (Archiv).

dpa

Ingo Thiel, Leiter der «Soko Mirco» (Archiv).

Niederrhein. „Wir haben immer gesagt: Wir kriegen ihn. Jetzt haben wir ihn.“ Ingo Thiel ist stolz. Der Leiter der Sonderkommission Mirco hat wohl seinen spektakulärsten Fall aufgeklärt. Knapp fünf Monate nach dem Verschwinden des zehn Jahre alten Jungen hält er den mutmaßlichen Täter Olaf H. für überführt.

Dabei hatte es zwischenzeitlich viele Zweifel an der Arbeit der Polizei gegeben. „Die kriegen den nie“, war eine häufig gemachte Aussage. Kritiker listeten auf, dass alle Fundstücke im Fall Mirco von Passanten oder der Straßenmeisterei, aber nicht von den Ermittlern oder den Hundertschaften der Polizei gefunden worden seien.

Die Kritiker warfen der Polizei „Durchhalteparolen“ vor

Zusätzliche Nahrung erhielten die Kritiker, weil sich jede vermeintlich heiße Spur wieder in Luft auflöste und sich das Gefühl breitmachte: Die Polizei verbreitet Durchhalteparolen, die sind dem Täter gar nicht auf der Spur.

Doch jetzt, wo der mutmaßliche Täter in Haft sitzt und die Polizei mit der genauen Rekonstruktion des Falles beginnt, wird immer klarer: Die Ermittler waren stets auf der richtigen Fährte.

Früh legte sich die Sonderkommission fest: Der Täter muss aus der Region stammen, muss über Ortskenntnis verfügen. Heute weiß man: Es stimmt. Schwalmtal liegt ganze 20 Kilometer entfernt.

Das Profil, das die Kriminalisten entwarfen, stimmt auch mit dem mutmaßlichen Täter überein: Der unauffällige Nachbar, dem man eine solche Tat nicht zutrauen würde. Richtig, Olaf H. ist dreifacher Vater, gilt als netter Nachbar und Familienmensch.

Noch bis Ende des Monats bleibt die Sonderkommission zusammen

Auch das Alter hatten die Ermittler richtig geschätzt. Offiziell hatten sie zwar „zwischen 18 und 80“ verkündet, um keine Hinweise abzublocken, doch intern war klar: Der Täter muss etwa Mitte 40 sein. Auch beim Auto legte man sich fest, und lag damit richtig: Das Tatfahrzeug ist ein VW Passat Baureihe B 6.

Ingo Thiel ist stolz auf seine 65-köpfige Sonderkommission. „Lauter positiv Bekloppte“, wie er sagt, die alle nur das eine Ziel verfolgt hätten, den Täter zu fassen. Wohl bis Ende des Monats bleibt die Kommission noch zusammen, wird die Beweise und Spuren gerichtsverwertbar machen. Und Zeit für ein Bierchen soll auch noch sein.

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