Fahndung nach Mirco
Fast fünf Monate lang hatte die Sonderkommission nach Mirco gesucht.

Fast fünf Monate lang hatte die Sonderkommission nach Mirco gesucht.

dpa

Fast fünf Monate lang hatte die Sonderkommission nach Mirco gesucht.

Mönchengladbach. Der fast fünf Monate lang vermisste Mirco aus Grefrath ist unmittelbar nach seiner Entführung umgebracht worden. Das hat der mutmaßliche Täter Olaf H. gegenüber der Polizei gestanden. Nach seinem Geständnis führte er die Polizei zur Leiche des Jungen in einem Waldstück nahe der Autobahn 40. Der 45 Jahre alte, dreifache Familienvater aus Schwalmtal im Kreis Viersen, befindet sich in Untersuchungshaft. Er ist nicht vorbestraft.

Nach seinem Geständnis schilderte am Freitag Chefermittler Ingo Thiel vor Journalisten den Ablauf der Tat. Danach hatte Olaf H. den Jungen gegen 22 Uhr in Grefrath aufgelesen. Ein zufälliges Zusammentreffen. Olaf H. war an diesem Freitagabend ziellos durch die Gegend gefahren, wollte seinen beruflichen Stress abreagieren; von seinem Chef war der Bereichsleiter eines großen Telekommunikationsunternehmens tagsüber „gefaltet“ worden. „Er suchte ein Ventil“, sagt Thiel.

Da sah Olaf H. den Jungen, allein mit seinem Fahrrad unterwegs. Es war dunkel, H. überholte Mirco, versperrte ihm mit seinem Wagen den Weg und lud den überraschten Jungen in sein Auto – einen silberfarbenen VW Passat, ein Dienstfahrzeug mit Münsteraner Kennzeichen. Zwölf Kilometer weiter nahe der Autobahn 40 bei Wankum soll es dann auf einem Feldweg zu einem Sexualdelikt gekommen sein. Danach wurde der zehn Jahre alte Junge umgebracht und in einem Waldstück abgelegt. Danach warf der Täter auf seiner Fahrt Stück für Stück Teile von Mircos Bekleidung und dessen Handy weg.

In der Nacht kam er zu Hause im etwa 20 Kilometer entfernten Schwalmtal an. Seiner Frau hatte er erzählt, er sei noch mit Kollegen unterwegs gewesen. Weder die Familie noch die Nachbarschaft hatte Verdacht geschöpft. Olaf H. galt als Familienmensch, hatte als Hobbys seine Kinder und seinen Garten.

Wie Mirco umgebracht wurde, dazu wollten die Ermittler aus Rücksicht auf die Angehörigen keine Angaben machen. Überführen konnten sie Olaf H. anhand von Spuren von Mircos Kleidung, die mit Fasern in Hs. Auto übereinstimmten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer