An der Grundschule Dülken gibt es derzeit ein Zirkusprojekt.

An der Grundschule Dülken gibt es derzeit ein Zirkusprojekt.
Viele der Schüler fühlen sich wohl im Rampenlicht.

Viele der Schüler fühlen sich wohl im Rampenlicht.

Knappe

Viele der Schüler fühlen sich wohl im Rampenlicht.

Dülken. Ohne Fleiß kein Preis – das wissen die Erst- bis Viertklässler und üben deshalb fleißig Zaubertricks, Jonglieren in der Manege oder Laufen über ein Nagelbrett. Aaliyah ist elf Jahre alt und wird zur Akrobatin. „Wir müssen uns auf zwei Leitern stellen, mehr verrate ich nicht“, sagt das Mädchen und lacht. Im bunten Scheinwerferlicht stehen und viel Applaus bekommen. Das wünschen sich alle Zirkusteilnehmer. Dieses Projekt wird nur alle vier Jahre an der Grundschule Dammstraße umgesetzt. Der Grund: „Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 11 000 Euro“, sagt Schuldirektorin Hiltrud Bock. Doch die Investition habe sich gelohnt.

Am Wochenende geben 280 Kinder vier Vorstellungen

David Selle ist Zirkuspädagoge und reist mit dem Circus Tausendtraum durch Deutschland. Wichtig ist dem Zirkusdirektor, dass nach der Woche alle zufrieden sind. „Die Herausforderung ist, dass 280 Kinder am Ende mit einem Lächeln und gestärkt hier rausgehen.“ Er will den Kindern mehr Selbstbewusstsein und Teamfähigkeit vermitteln. „Die Kinder lernen als Gruppe zu arbeiten, das stärkt auch das eigene Selbstwertgefühl“, sagt Bock. Vor der Finanzierung des Zirkusprojektes standen mehr als ein Jahr Arbeit. „Wir haben an Spendenwahlen teilgenommen, eine Sponsorenwanderung gemacht, und auch der Eintritt aus allen Vorstellungen geht an den Zirkus“, sagt Bock. Wenn die Schulleiterin in die Gesichter ihrer Schüler schaut, weiß sie, dass sie alles richtig gemacht hat. Schüchterne Kinder blühen plötzlich auf. „Kinder mit Lernschwierigkeiten stehen auf einem Ball und machen Akrobatik, sind total bei der Sache“, sagt Bock.

Im Zirkuszelt am Hochfeldweg ist bereits alles vorbereitet. Am Wochenende geben die Kinder vier Vorstellungen. Der Platz an der Schule reichte für das Zelt, in das 400 Besucher passen, nicht aus. Zu ihren Übungsstunden werden die Kinder mit dem Bus gefahren oder üben in Klassenräumen und der Turnhalle. Die Kinder unterschiedlichen Alters müssen sich in der Gruppe zurechtfinden. „Die Großen helfen uns, wenn wir nicht weiter wissen“, sagt Marie (6). Noch ist ihr die Manege etwas fremd, und ans Scheinwerferlicht müssen sich die Schüler noch gewöhnen. „Im Rampenlicht zu stehen, ist für die meisten eine ganz aufregende Sache“, sagt die Schulleiterin.

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