Ein Beamter wurde beim Training mit der Waffe lebensgefährlich verletzt. Er befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Ein Beamter wurde beim Training mit der Waffe lebensgefährlich verletzt. Er befindet sich auf dem Weg der Besserung.
Teilnehmer einer Einsatzübung in Ratingen. Üblicherweise kommen bei den Übungen nur Waffenattrappen zum Einsatz. Archiv

Teilnehmer einer Einsatzübung in Ratingen. Üblicherweise kommen bei den Übungen nur Waffenattrappen zum Einsatz. Archiv

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Teilnehmer einer Einsatzübung in Ratingen. Üblicherweise kommen bei den Übungen nur Waffenattrappen zum Einsatz. Archiv

Viersen. Mit großer Betroffenheit hat Landrat Andreas Coenen, der auch Chef der Polizeibehörde im Kreis Viersen ist, auf die schwere Verletzung eines Polizeibeamten bei einem Einsatztraining reagiert. „Es tut mir Leid, dass einer unserer Polizisten bei dem Training verletzt wurde. Ich wünsche ihm, dass er schnell wieder vollständig gesund wird“, sagte Coenen gestern.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Unfall aus

Bei einem Einsatztraining der Kreispolizeibehörde Viersen hatte der 36-jährige Trainer einen Schuss aus seiner Walther-P99-Dienstwaffe abgegeben. Das Projektil traf einen zweiten Einsatztrainer in den Bauch. Der Beamte erlitt durch den Schuss eine lebensgefährliche Verletzung. Die Teilnehmer des Trainings hätten umgehend den Notarzt informiert, der Polizist wurde ins Krankenhaus gebracht und dort operiert, erklärte der Krefelder Oberstaatsanwalt Axel Stahl. „Sein Zustand ist nicht mehr kritisch. Er befindet sich auf dem Weg der Besserung.“

Dabei dürfte der Beamte Glück gehabt haben: Die Polizei in NRW verwendet die Neun-Millimeter-Munition „Action 4“ des Schweizer Herstellers Ruag. Als vorrangiges Ziel einer solchen „Deformationsmunition“ nennt das Polizeitechnische Institut die „sofortige Angriffs- oder Fluchtunfähigkeit“. Der Vorteil bestehe darin, dass das Projektil so viel Energie im Körper abgibt, dass es stecken bleibt.

„Nach unserer derzeitigen Einschätzung werten wir den Vorfall als Unfallgeschehen“, so Stahl. Die Ermittlungen müssten ergeben, inwiefern der Beamte, der den Schuss abgab, fahrlässig handelte. Der Vorfall ereignete sich bereits vor zehn Tagen auf einer Übungsanlage der Kreispolizeibehörde in Willich. Der Schuss fiel, bevor das eigentliche Einsatztraining begann. Die Behörden hatten den Vorfall bisher nicht öffentlich gemacht. „Kreispolizei und Staatsanwaltschaft tun alles, um den Unfall aufzuklären“, sagte Coenen. Wie der Oberstaatsanwalt berichtet, wurden bereits Zeugen vernommen. Der Geschädigte sei bislang noch nicht befragt worden. „Wegen seines Gesundheitszustandes sind wir noch nicht an ihn herangetreten.“

Polizeibeamte in NRW nehmen regelmäßig an Einsatztrainings teil. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass die Situation möglichst realistisch wirkt – dies beinhaltet zum Beispiel echte Fahrzeuge, aggressive Störer und die Verwendung von Einsatzmitteln. Bei den Übungen selbst werden jedoch in der Regel wirkungslose Waffenattrappen eingesetzt und keine echten Pistolen.

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