Im Süden der Fußgängerzone können Leerstände nur schwer behoben werden.

Im Süden der Fußgängerzone können Leerstände nur schwer behoben werden.
Gut besucht zeigte sich die Innenstadt am bisher letzten verkaufsoffenen Sonntag. Archiv

Gut besucht zeigte sich die Innenstadt am bisher letzten verkaufsoffenen Sonntag. Archiv

Busch

Gut besucht zeigte sich die Innenstadt am bisher letzten verkaufsoffenen Sonntag. Archiv

Viersen. Am Donnerstagabend zog eine Gruppe deprimierter Menschen durch die Rathausgasse in Viersens Innenstadt. Die Mitarbeiter der insolventen Modekette Strauss Innovation machten Feierabend. Endgültig. Direkt an der Rathausmarkt-Galerie gibt es nun einen Leerstand mehr. Dort lag die Leerstandsquote zuvor bereits bei mehr als 31 Prozent. Viersens Planungsdezernentin Beatrice Kamper spricht von einem „deutlichen Handlungsbedarf“ in dem Bereich. „Besonders vor dem Hintergrund, dass der Rathausmarkt mittig im zentralen Versorgungsbereich liegt und die Leerstände sich langfristig auf das Umfeld auswirken.“ Fünf Millionen Euro wollte der neue Eigentümer Armin Hinz investieren, kündigte er vor zehn Monaten an. Ein neues Logo hängt, die Parkgebühren wurden angehoben – mehr hat sich vordergründig bislang nicht getan.

Nördlicher Teil der Fußgängerzone floriert hingegen

Der Rathausmarkt mag eine Sorgenecke sein, aber Viersens Innenstadt geht es erstaunlich gut – angesichts der harten Konkurrenz durch die nahegelegenen Oberzentren Krefeld und Mönchengladbach, die sich in den vergangenen Jahren hübsch gemacht haben (Krefeld) oder ein Einkaufszentrum leisteten (Mönchengladbach). Die Umsätze der Einzelhändler in Viersens City haben im vergangenen Jahr kaum darunter gelitten, und auch der Online-Handel konnte ihnen nur wenig anhaben: Verbuchten sie im Jahr 2015 noch 197,1 Millionen Euro Umsatz, waren es im vergangenen Jahr 196,6 Millionen Euro – ein Rückgang um 0,25 Prozent.

Besonders der nördliche Bereich der Fußgängerzone floriert. „Leerstände sind meist nur temporär und schnell wieder besetzt“, berichtet Kamper. Zur positiven Entwicklung habe beigetragen, dass einige Immobilien modernisiert oder umgebaut wurden. „Die Nachfrage in diesem Bereich kann nicht gedeckt werden.“ Nicht zuletzt, weil großflächige Ladenlokale fehlen. „Das sehr begrenzte Flächenangebot birgt die Gefahr, dass keine Neuansiedlungen stattfinden, die die Attraktivität des Standorts weiter erhöhen könnten“, warnt Kamper.

Der südliche Bereich hingegen verliert als Einzelhandelsstandort weiter an Bedeutung. „Es finden hauptsächlich Ansiedlungen von Dienstleistern und ,Billig-Läden’ statt, und die Zahl der Leerstände steigt an“, berichtet Kamper. Erfreulich: Nachdem die Kaiser’s-Filiale an der Hauptstraße geschlossen wurde, steht nun der Nachmieter fest: „Betten Baues“ kehrt im Frühjahr nach Viersen zurück, zieht nach einem Umbau in die rund 700 Quadratmeter große Immobilie.

Und auch im Rathausmarkt soll es im Frühjahr eine Neueröffnung geben: In den Räumen des ehemaligen Kinos wird eine so genannte Lasertag-Arena eröffnen. Dem Vernehmen nach hat auch ein Geschäft für Unterhaltungselektronik daran Interesse, in die Rathausmarkt-Galerie zu ziehen, ebenso wohl auch eine Supermarktkette.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer