Die Funde von Dioxin in Eiern schrecken die Verbraucher auf. Die Kontrollen laufen.

Landwirtschaft
Nach den Dioxin-Funden nicht mehr so gefragt: das Frühstücksei.

Nach den Dioxin-Funden nicht mehr so gefragt: das Frühstücksei.

Nach den Dioxin-Funden nicht mehr so gefragt: das Frühstücksei.

Niederrhein. Für die landwirtschaftlichen Betriebe in Krefeld und im Kreis Viersen ist der aktuelle Dioxin-Skandal „noch kein Thema“. Das erklärte gestern der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen, Heinz-Josef Tölkes, auf Anfrage der WZ. „Bei uns in der Region gibt es derzeit keine Probleme.“

Alles andere müsse die Entwicklung in den nächsten Tagen zeigen. „Ich gehe aber davon aus, dass die Behörden die Lage mit schärferen Kontrollen in den Griff bekommen.“

Verbraucherzentrale kann noch keine Empfehlungen aussprechen

Die Situation der Landwirte in so einem Skandal beschrieb Tölkes als schwierig: „Es zeichnet sich ja ab, dass es sich aktuell um ein Futterproblem handelt. Wir Landwirte vertrauen den Lieferanten und den behördlichen Kontrollen. Davon sind wir abhängig.“

Und die Kontrollen laufen. So nimmt der Kreis Viersen die drei größeren Hähnchenmastbetriebe in seinem Beritt unter die Lupe. Bislang sei kein verseuchtes Futtermittel in den Kreis Viersen gelangt, heißt es vom Kreis-Veterinäramt. Doch inzwischen verdichteten sich Hinweise, dass gewerbliche Futtermittelhersteller mit den Dioxin belasteten Fettsäuren beliefert worden sein sollen.

Entsprechend ernst geht der Geflügelbauer Goertz aus Niederkrüchten mit dem Thema um: „Wir beliefern Real-Märkte, die Metro und Hit-Märkte mit Eiern. Als Lieferant haben wir die Aufgabe, Nachforschungen zu betreiben.

Das haben wir getan und bei unseren 20 Geflügelfarmen nachgefragt“, sagt Geschäftsführer Horst Bremges. Neben den allgemeinen strengen Kontrollen habe diese Nachfrage ergeben, dass es keine Verbindung zu den beschuldigten Futtermittelherstellern gibt, so Bremges weiter.

„Wir kennen das ganze Ausmaß des Problems noch gar nicht“, sagt Sabine Klein von der Verbraucherzentrale. Im Moment könne man davon ausgehen, dass aktuell nichts mehr von den gesperrten Höfen rausgeht. Was mit der Zeit davor sei, bleibe aber unklar, so Klein.

Derzeit könne man keine konkrete Empfehlung abgeben, wie sich der Verbraucher schützen könne, sagt Klein. „Aber wer ganz sicher gehen will, muss zunächst auf den Verzehr von Eiern und Geflügel verzichten“, sagt die Verbraucherschützerin. In einigen Tagen wisse man sicher mehr.

Dann könne man die Empfehlungen präzisieren. „Wer auf Höfe in seiner Umgebung geht – wenn es denn Erzeugerbetriebe sind –, kann eigentlich davon ausgehen, dass die Produkte in Ordnung sind“, sagt Verbraucherschützerin Klein. tkl/kr/bos/rb

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