Die Region legt bei Gästen und Übernachtungen deutlich zu. Die Zahl der Messegäste aus Düsseldorf geht jedoch zurück.

Touren mit dem an zahlreichen Stationen ausleihbaren Niederrheinrad sind bei Touristen besonders beliebt.
Touren mit dem an zahlreichen Stationen ausleihbaren Niederrheinrad sind bei Touristen besonders beliebt.

Touren mit dem an zahlreichen Stationen ausleihbaren Niederrheinrad sind bei Touristen besonders beliebt.

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Touren mit dem an zahlreichen Stationen ausleihbaren Niederrheinrad sind bei Touristen besonders beliebt.

Niederrhein. Der Tourismus am Niederrhein entwickelt sich positiv. Zwar liegen die Jahreszahlen für 2010 noch nicht vor, doch legte der Fremdenverkehr bis Ende September laut Landesamt für Information und Technik deutlich zu. So wurden am Niederrhein 4,9 Prozent mehr Gäste gegenüber dem Vorjahr gezählt. Die Zahl der Übernachtungen stieg sogar um 8,6 Prozent an.

In absoluten Zahlen heißt das: Es kamen über 1,4 Millionen Gäste an den Niederrhein; über 270 000 davon kamen aus dem Ausland. Fast 2,9 Millionen Gästeübernachtungen wurden gezählt. Damit liegt die Region Niederrhein in NRW auf Platz sechs noch vor dem Münsterland. Ganz vorn sind der Teutoburger Wald und das Sauerland sowie die Städteregionen Köln und Düsseldorf.

Bei den Hotels gehen die Erwartungen für 2012 zurück

Dennoch habe sich das Geschäftsklima bei Hoteliers, Gastronomen und Reiseveranstaltern ein wenig eingetrübt. Das geht aus der Saisonumfrage der IHK Mittlerer Niederrhein zum Thema Tourismus hervor. „So beurteilt die Branche ihre Geschäftslage zwar immer noch gut, bezweifelt aber, dass sich der Aufschwung 2012 im gleichen Umfang fortsetzt“, berichtet IHK-Geschäftsführer Andree Haack.

Der Wert des IHK-Klimaindikators für die regionale Tourismuswirtschaft, der die Lage und Erwartungen zusammenfasst, liege nach der letzten Umfrage bei 113 Punkten. Im Frühjahr 2011 lag der Wert noch bei 138 Punkten. „Damit liegt das Geschäftsklima im Touristikgewerbe etwas unterhalb der Gesamtwirtschaft“, so Haack.

Positiv gestimmt ist aber das Reisegewerbe. So berichtet Heinz-Jürgen Tack, Busreiseanbieter aus Nettetal, von einer guten Auftragslage wie seit Jahren nicht mehr. „Besonders die Buchungen von Gruppenfahrten für Städtereisen nach Berlin oder Hamburg haben zugenommen“, sagt Tack. Vor allem hätten auch Unternehmen aus der Region für ihre Betriebsfeiern Busfahrten zu Weihnachtsmärkten gebucht.

Das Projekt „Region ohne Grenzen“ wird vor allem von der Europäischen Union sowie dem Land NRW und der Provinz Limburg getragen. 1,6 Millionen Euro stehen zur Verfügung.

20 Städte und Gemeinden beiderseits der Grenze gehören dem Projekt an. Auf deutscher Seite sind dies unter anderem Mönchengladbach, Viersen, Nettetal, Brüggen und Willich. Die Federführung hat die Stadt Venlo.

Beim Projekt geht es vor allem darum, dauerhaft von der Floriade in Venlo zu profitieren. Auch nach der Welt-Gartenbau-Ausstellung, zu der über zwei Millionen Besucher erwartet werden, sollen Touristen in die Region kommen.

Bei einem Workshop auf Schloss Krickenbeck trafen sich etwa 180 Tourismusexperten aus der Region zu einem Ideenaustausch. So will man mit der hohen Dichte an Burgen und Schlössern werben, E-Bikestationen ausbauen, Planwagen- und Kutschfahrten gemeinsam anbieten und grenzüberschreitende Radtouren entwickeln.

Der amtliche Name lautet bisher „Region Rhein-Maas-Nord“. Der gefällt den Tourismusmanagern nicht. Ein neuer wurde aber noch nicht gefunden; Niederrhein wurde von den Niederländern verworfen, der Begriff Limburg ist in Deutschland nicht bekannt.

Nach einem guten Jahr 2010 fürchten die Hoteliers einen Rückgang der Geschäftsreisenden. „Die Grundauslastung ist gut“, sagt Wolfram Lavall vom Garden Hotel in Krefeld. Vor allem die Messegäste aus Düsseldorf hätten dank der Interpack im April einen guten Umsatz beschert.

Doch die Nachfrage von Messebesuchern aus der Landeshauptstadt gehe kontinuierlich zurück, da der Hotelmarkt in Düsseldorf stetig wachse, so Lavall. Das hält den Unternehmer aus Krefeld aber nicht davon ab, in sein Hotel zu investieren: „Wir bringen eine Wärmedämmung am Gebäude an und werden eine Satelliten-TV-Anlage einrichten“, sagt Lavall.

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