Fast 200 Einsätze in der Silvesternacht für Polizei und Feuerwehr im Kreis Viersen. Viele Ruhestörungen, Streitigkeiten und Einbrüche machen den Hilfskräften zu schaffen.

Der Anbau dieses Hauses an der Venloer Straße in Dülken brannte komplett ab.
Der Anbau dieses Hauses an der Venloer Straße in Dülken brannte komplett ab.

Der Anbau dieses Hauses an der Venloer Straße in Dülken brannte komplett ab.

Heike Ahlen

Der Anbau dieses Hauses an der Venloer Straße in Dülken brannte komplett ab.

Kreis Viersen. Es war alles andere als eine ruhige Silvesternacht im Kreis Viersen. Bei Wind und später auch Regen, aber milden Temperaturen feierten die Menschen vielerorts nicht nur ausgelassen, sondern auch ein bisschen zu heftig. Insgesamt zählten die Hilfskräfte fast 200 Einsätze.

Zigarettenkippen lösen Brand im Behindertenheim in Anrath aus

Noch bevor die Feiern so richtig losgingen, wurde um 18.45 Uhr ein Feuer in einem Behindertenheim in Anrath gemeldet. Die 48 Bewohner blieben unverletzt. Ursache war ein Mülleimer mit Zigarettenkippen, der im Keller in Brand geraten war. Nach Mitternacht brannte in Willich noch ein Container an der Mittelstraße.

Viele alkoholisierte Menschen, darunter auch Jugendliche, mussten in der Nacht versorgt werden. Ein 17-Jähriger aus Dülken, der mit seiner Familie in Streit geraten war, musste die Nacht im Polizeigewahrsam verbringen. Dort landete ebenfalls ein 31-jähriger Wegberger, der die Nacht über auf einer Feier in Viersen immer wieder Streit gesucht und schließlich auch gefunden hatte.

Er zog einem 38-Jährigen aus Mönchengladbach eine Bierflasche über den Kopf. Der Mann konnte das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Im Laufe der Nacht beschwerten sich zunehmend Bürger über Ruhestörungen, so die Polizei.

Ab 20 Uhr gab es dann Brandeinsätze. Zunächst war es nur eine brennende Mülltonne in Viersen, dann folgten die Alarmierungen fast im Minutentakt. An der Josef-Steinbüchel-Straße in Süchteln brennt eine Hecke, an St. Ulrich in Dülken steht ein Container in Flammen. In Elmpt wurde ein Zimmerbrand gemeldet, der sich später als Brand einer Zypressenhecke herausstellte.

Auf über 100 000 Euro wird der Schaden in Dülken geschätzt

Im Noppdorf in Viersen hatten sich eine Hecke und Buschwerk entzündet. Jugendliche hatten dort ausgiebig gefeiert. Die Flammen waren weithin sichtbar.

Dann wurde der Brand im Anbau eines Hauses an der Venloer Straße in Dülken gemeldet. Trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr war dieser Gebäudeteil nicht zu retten. Die Polizei sieht den Schaden im sechsstelligen Bereich. Die Ermittler gehen davon aus, dass eine Silvesterrakete den Brand ausgelöst hat.

Aufzug steckte fest: Menschen mussten befreit werden

Unmittelbar danach brannte ein Container an der Viersener Eichenstraße. Um 2 Uhr wurde an der Brasselstraße in Viersen ein Heckenbrand gemeldet. Die Flammen griffen auf ein Gartenhaus über. Zehn Minuten später brannte ein Baum an der Freiheitsstraße.

Kurz nach 3 Uhr mussten am Dülkener Bahnhof einige Menschen aus einem steckengebliebenen Aufzug befreit werden. Eine ähnliche Hilfeleistung musste die Feuerwehr in St. Tönis leisten. Dort kam gegen 3.30 Uhr die Drehleiter zum Einsatz, um eine gestürzte Person aus einem Hinterhof zu bergen.

In Kempen hatte die Feuerwehr um zwei Minuten nach Mitternacht den ersten Einsatz. Es brannte eine Hecke an der Paul-ehrlich-Straße. Wenig später mussten sich dort die Feuerwehrleute gewaltsam Zutritt zum Gelände einer Entsorgungsfirma verschaffen, um dort etwa 100 Quadratmeter brennendes Buschwerk zu löschen.

Ebenfalls im Einsatz in der Silvesternacht waren die Langfinger, die nur darauf warteten, in die Häuser der Menschen einzudringen, die auswärts feierten. In zwei Häusern in Bracht, einem in Brüggen und einem in Dülken erbeuteten sie Schmuck und Geld. In einem Fall nahmen sie sich sogar die Zeit, einen gefundenen Safe aufzuflexen.

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